Sie schwitzen sicher nie bei der Arbeit

An heissen Sommertagen haben sie den coolsten Arbeitsplatz: die Mitarbeiter im Tiefkühl-Hochregallager der Traitafina in Lenzburg. Dort herrschen immer minus 25 Grad Celsius.

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Mirko Stojanovic

Mirko Stojanovic

Aargauer Zeitung

Sommerreporterin Irena Jurinak

Während draussen die Sonne auf den Asphalt knallt und die Luft 32 Grad heiss flimmert, tragen Logistikleiter Stefan Meuschke und seine Mitarbeiter dicke Daunenjacken, Fellmützen und Handschuhe. Im Tiefkühl-Hochregallager der TK Logistik AG in Lenzburg verteilen sie bei minus 25 Grad Schachteln mit Hamburgern, Pommes frites oder Apfelstrudel auf Paletten, die abends an Kunden ausgeliefert werden.

Vor allem an Hitzetagen scheinen sie den coolsten Job zu haben. «Bei euch ist es viel angenehmer als draussen», sagt ein Besucher, der gerade ins Büro tritt. Logistik-Leiter Stefan Meuschke grinst. «Das hören wir oft, aber meistens nur an heissen Sommertagen.»

Alle 11⁄4 Stunden ist Pause

Bei Temperaturen, wie sie derzeit herrschen, stimmt die Aussage natürlich auch. Im Büro - ein Vorraum zum Tiefkühllager - ist es weder zu heiss noch zu kalt. Mirko Stojanovic und Christian Eberle sitzen im Pausenraum und trinken Kaffee: Gekleidet in dicke Daunenhosen, unter denen sie normale Hosen tragen, warme Fleecepullover und gefütterte Winterstiefel.

Alle eineinviertel Stunden machen die Logistik-Mitarbeiter eine viertelstündige Pause. Dann stülpen sie sich wieder ihre Wintermützen über den Kopf, ziehen Handschuhe und lange Daunenmäntel an und kehren zurück an ihren sibirischen Arbeitsplatz - für einmal begleitet von der ebenfalls mit Fellmütze und Daunenmantel ausgerüsteten Sommerreporterin. Schon nach kurzer Zeit frieren die Nasenhaare ein, nach einer Viertelstunde haben die in Sommerturnschuhen steckenden Füsse genug von der Kälte.

Über 700 Tonnen Lebensmittel

Das im September 2008 eröffnete Tiefkühl-Hochregallager der TK Logistik AG - eine Schwestergesellschaft der Traitafina - ist weitgehend automatisiert. 2350 Paletten mit Tiefkühllebensmitteln haben im 80 Meter langen, 12 Meter breiten und 14 Meter hohen Lager Platz: Das sind über 700 Tonnen Lebensmittel.

Ein Computer verwaltet die Paletten und bringt sie zu den Verteilplätzen, wo die Logistik-Mitarbeiter die Waren aufgrund von Kundenbestellungen auf Paletten verteilen.

«Ich bekomme nie Grippe»

An heissen Tagen müssen die Lagermitarbeiter Temperaturunterschiede von über 50 Grad Celsius aushalten. «Das ist manchmal schwierig», sagt Stojanovic, «abends bin ich jeweils todmüde.» Er arbeitet seit 14 Jahren im Tiefkühllager. «Dafür bin ich nie krank und bekomme nie Grippe.» Im Winter, wenn es draussen stürme und regne, arbeite er lieber drinnen.

«Im Winter haben beispielsweise Landschaftsgärtner den härteren Job. Bei uns zieht es nicht, die Luft ist zwar kalt, aber trocken.» Auch Christian Eberle, seit fünf Jahren dabei, nimmt die Temperaturunterschiede locker: «Es ist Einstellungssache.» Zum Ausgleich trifft sich das vierköpfige Logistik-Team in der Freizeit ab und zu zum - notabene heissen - Grillplausch.

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