Sie bringen unser täglich Dinkelbrotauf den Tisch

Gesunde ernährung und regionale Produkte sind im Hoch. Deshalb feiern die Oberkulmer mit Stolz die hundertjährige Geschichte ihres Rotkorns.

Peter Siegrist

Vor hundert Jahren gelang es drei Oberkulmern, die Qualität des Dinkelgetreides zu verbessern. Jetzt feiern sie 100 Jahre Oberkulmer Rotkorn.

So sagt der Oberkulmer Landwirt Samuel Huber, «gesunde Ernährung ist ein Thema und regionale Produkte zählen wieder». Huber betreibt Milchwirtschaft und Ackerbau.

Er ist ein überzeugter Produzent von Rotkorn. Dabei muss er die Bedingungen der IG Urdinkel einhalten: extensiver Anbau, kein Halmverkürzer, beschränkter Einsatz von Dünger. «Der Ertrag pro Fläche ist zwar geringer als beim Weizen, aber dafür gibts einen besseren Preis», sagt Huber.

Röllen in Oberkulm

Ludwig Jucker führt die Mühle in Oberkulm in 3. Generation. Er nimmt den Bauern jährlich rund 350 Tonnen Dinkel ab. Die Körner lässt er durch seine Röllmühle laufen.

Diese befreit die Dinkelkörner von den Spelzen, bevor sie in einer Walzenmühle zu Mehl verarbeitet werden. Jucker mahlt den entspelzten Dinkel nicht selber, er gibt die Körner an andere Mühlen weiter.

20 Prozent der Dinkelernte

Thomas und Marianne Häusermann führen in Seengen eine Mühle. Häusermann setzt ganz bewusst auf einheimisches Getreide. «Ich sehe mich als Abnehmer gegenüber den Bauern als Treuhänder, da braucht es gegenseitiges Vertrauen.»

Häusermann ist der ökologische Aspekt wichtig: die kurzen Transportwege zwischen Produzent und Abnehmer. Seine Mühle übernimmt von den Bauern (hauptsächlich aus dem See- und Wynental) rund 1400 Tonnen Dinkel, das sind etwa 20 Prozent der Schweizer Produktion. Die Seenger Mühle bietet den Kunden aus Urdinkel die gleiche Produktpalette an wie beim Weizenmehl: von Schrot über Vollkorn zu Halbweiss und Weissmehl.

Marianne Häusermann hat in ihrem Müli-Laden neben verschiedenen Mehlsorten viele Getreideprodukte im Angebot. Der versierten Fachfrau ist die Beratung der Kundschaft zu gesunder Ernährung besonders wichtig.

Brot und Chrömli aus Dinkel

In der Bäckerei von Markus und Sandra Speck in Oberkulm wird seit Jahren Dinkelmehl mit dem Label «Urdinkel» verwertet. Brote und besondere Trockenstückli gehören zum breiten Sortiment.

«Die Kunden setzen vermehrt auf handwerkliche Produkte aus der Bäckerei vor Ort», sagen die Bäckersleute zuversichtlich. Am Rotkornfest bäckt Markus Speck Brot in einer alten Militär-Feldbäckerei.

Das Rotkornfest Oberkulm feiert ab heute Abend bis zum Sonntagabend «100 Jahre Rotkorn».

Infos: www.oberkulmer-rotkorn.ch

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