Sicherheitstipps vom Geldfälscher

Er ist froh, dass alles gut gelaufen ist: Robin Schnider aus Hägglingen.	 (Bild: aw)

falschgeld.jpg

Er ist froh, dass alles gut gelaufen ist: Robin Schnider aus Hägglingen. (Bild: aw)

In einem ganz anderen Fachgebiet wurde Robin Schnider von der Stiftung «Schweizer Jugend forscht» mit dem Prädikat «sehr gut» ausgezeichnet. Er hat sich mit Falschgeld beschäftigt und im Feldversuch drei Geschäfte getestet.

Andrea Weibel

Robin Schnider tut sich generell eher schwer mit Entscheidungen. Oftmals fallen sie am Ende fast zufällig aus. Doch hat er einmal ein Thema gefasst, klemmt er sich mit vollem Elan dahinter und übertrifft sämtliche Erwartungen. So war es auch bei seiner Maturarbeit. «Ich habe anfangs breit nach Themen gesucht, wollte aber etwas Spezielles machen», sagt er.

Dass der Film «Catch Me if You Can», der wenige Wochen vor seiner Themenwahl im Fernsehen lief, Einfluss auf seine Entscheidung hatte, könnte ebenfalls sein, gibt er zu. Denn am Ende schrieb er eine 170-seitige Arbeit über «Falschgeld und Geldfälscher in der Schweiz».

Farbstifte und Benissimo-Los

«Ich hatte die Idee, selber eine Banknote zu fälschen und in Geschäften zu testen, ob sie angenommen würde», erklärt der 20-Jährige. Um sich auf dem Gebiet weiterzubilden, besuchte er die Zentralstelle für Falschgeld der Polizei. «Dort wurde ich aber sofort darauf aufmerksam gemacht, dass ich mich strafbar mache, wenn ich diese Idee umsetze», erinnert er sich.

Doch der damalige Kantischüler fand auch für dieses Problem eine Lösung: «Ich arbeitete einen Vertrag aus, den ich in den Firmen, die ich testen wollte, vom Geschäftsführer unterzeichnen liess. Das berechtigte mich dazu, die Noten für meinen Test zu fälschen», erzählt Robin Schnider. So ganz geheuer war ihm die Aktion dennoch nicht, aber die Neugier überwog.

«Ich wollte eine möglichst grosse Note fälschen, welche die Kassierer sowieso genau anschauen sollten, also versuchte ich mich an einer 100-Franken-Note», erklärt er. Wichtig war dem jungen Forscher auch, dass die Note mit Methoden gebastelt werden sollte, die jeder zu Hause nachmachen könnte. «Ich habe die Note auf normales Druckpapier gedruckt, sie mit Farb- und Bleistiften etwas verändert und mit silberner Folie von einer Zigarettenpackung beklebt», erzählt er lachend. Das teuerste an der Arbeit war das Benissimo-Los, dessen silberne Folie er ebenfalls auf seine Note leimte.

Sogar in der Bank klappte es

Mit der Unterschrift des jeweiligen Geschäftsführers in der Tasche, versuchte Robin Schnider sein Glück in einer Migros- und einer McDonald's-Filiale. «Ich war schon sehr aufgeregt, besonders beim ersten Versuch», schildert er. Er habe mit seinen Einkäufen gewartet, bis die Kasse leer war, damit sich die Kassiererin ganz der Note widmen könnte. «Ich habe das Geld auch jedes Mal so deutlich wie möglich mit den gefälschten Sicherheitsmerkmalen nach oben hingestreckt», bestätigt er.

Doch zu seiner Verwunderung erkannte keine der beiden Verkäuferinnen die gefälschte Note. «Besonders der Chef der Migros war enttäuscht, da seine Angestellten extra einen Kassenkurs absolvieren.» Doch erst in einer Bank wurde für Schnider das Undenkbare wahr: Nicht einmal die Bankangestellte erkannte die Fälschung auf Anhieb. «Man sollte die Bevölkerung dringend besser über Fälschungen aufklären», so sein Fazit. Die Fälschungen hat er unterdessen verbrannt.

Meistgesehen

Artboard 1