Sicherheitsdienst

Sicherheitsstufe eins auf dem Mutschellen - für 100'000 Franken

Vandalismus, Pöbeleien und öffentliche Saufgelage machen ländlichen Gemeinden zu schaffen. Die steuerkräftigen Gemeinden auf dem Mutschellen ziehen Konsequenzen: In Berikon, Widen und Bellikon patrouilliert ein privater Sicherheitsdienst. Das kostet die drei Gemeinden nicht gerade wenig.

Sachbeschädigungen, Müll und Unruhen am Bahnhof. Doch seit Dezember herrscht wieder Ruhe auf dem Mutschellen, dem Nobelberg des Kantons. Die Firma Ordnungs- und Sicherheitsdienst (OSD) mit Sitz in Weggis LU sorgt dafür, dass die Einwohner auf dem Mutschellen nachts wieder ruhig schlafen können. OSD wurde von den Gemeinden engagiert, nachdem die frühere Sicherheitsfirma Sisec Konkurs angemeldet hat.

Zu unregelmässigen Tages- und Nachtzeiten patroullieren die Männer und Frauen durch die Quartiere und halten Ausschau nach Verdächtigem und Verdächtigen. «Wir hier oben auf dem Berg haben ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis», sagt Widens Ammann Vreni Meuwly. «Die Anwesenheit gibt den Menschen auf dem Mutschellen das Gefühl von Sicherheit» erklärt sie weiter. Die Patrouille kostet die drei Gemeinden 110'000 Franken. Kein Pappenstiel - aber das erhöhte Sicherheitsgefühl rechtfertige diese Ausgabe, sagt Widens Ammann.

Das erhöhte Sicherheitsgefühl kostet die drei Gemeinden 110'000 Franken im Jahr. Aufgeteilt wird der Betrag nach Anzahl eingekaufter Stunden. Der Regionalpolizei Bremgarten ist die Wahrnehmung der Aufgaben aus rein personellen Gründen nicht möglich. Aus diesem Grund springen private Sicherheitsfirmen in die Lücke. «Wir würden lieber die Regionalpolizei personell aufstocken, doch das ist ja nicht möglich», bedauert Vreni Meuwly.

Der Sicherheitsdienst übernimmt präventive und administrative Aufgaben. Also Beobachten, Ausschau halten nach verdächtigen Personen und Fahrzeugen und deren Meldung bei der Polizei. Zu den Aufgaben gehört beispielsweise auch das Zustellen eines eingeschriebenen Briefes, wenn dessen Annahme verweigert wurde. «Es macht ja wirklich keinen Sinn, wenn ein Kantonspolizist diese Aufgabe übernimmt», heisst es von Seiten Gemeindeverwaltung. «Zudem hat der Sicherheitsdienst einen viel tieferen Stundenansatz, der Einsatz macht also auch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn.»

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