Alle Hinweise deuteten auf einen Selbstmord hin, erklärten ein geschockter Regierungspräsident Claudio Lardi und Justizdirektorin Barbara Janom Steiner, die an einer ausserordentlichen Medienkonferenz in Davos den Tränen nahe war. Was sich ereignet habe, sei eine "menschliche Tragödie".

Der 61-jährige Reinhardt, oberster Sicherheitschef am WEF, war am Morgen leblos in seinem Hotelzimmer in Davos aufgefunden worden. Was sich ereignet habe, sei eine menschliche Tragödie, erklärte die Bündner Justizdirektorin Barbara Janom Steiner an einer ausserordentlichen Medienkonferenz in Davos.

"Wir sind sprachlos", sagte die Regierungsrätin Janom Steiner. Niemand habe die Kantonspolizei so verkörpert wie Markus Reinhardt. Regierungspräsident Claudio Lardi sagte, die Regierung und alle, die Reinhardt gekannt hätten, seien betroffen und sehr traurig über den Tod des ausgezeichneten Kommandanten.

Die Bündner Regierung machte keine weiteren Angaben über die Umstände des tragischen Todesfalls. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Dabei werde im Wesentlichen abgeklärt, ob Reinhardts Tod auf ein Fremdverschulden zurückzuführen sei, teilte sie mit.

Reinhardt hatte das Kommando der Kantonspolizei 1984 übernommen. Vorher war er als Departementssekretär im früheren Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement und als Untersuchungsrichter bei der Staatsanwaltschaft Graubünden tätig. 2001 stand er in der Kritik, weil er einen Amokläufer auf Befehl durch den "finalen Rettungsschuss" aus dem Verkehr zog. er musste sich deswegen auch vor Gericht verantworten, wurde aber freigesporchen.

Offenbar hat der Selbstmord "rein private Gründe", wie es in "10vor10" hiess. Der Bündner Offizier war geschieden und hatte eine erwachsene Tochter.

Das Korps der Bündner Kantonspolizei wird interimistisch von Reinhardts erstem Stellvertreter, Robert Willi, geführt. Die Leitung für die Sicherheit am World Economic Forum übertrug die Regierung Marcel Suter, Stabschef bei der Kantonspolizei.