SBB
Seit Meyer SBB-Chef ist, sind die Pendler unzufrieden

Überfüllte Züge, dreckige Sitzplätze, stickiges Klima, unfreundlicher Service: Die SBB-Kunden werden mit dem Bahnangebot immer unzufriedener. Bemerkenswert: Diese Tendenz setzte erst ein, als der neue Chef Andreas Meyer das Ruder bei den SBB übernahm.

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SBB-Chef Andreas Meyer

SBB-Chef Andreas Meyer

Keystone

Jedes Quartal erheben die SBB die Zufriedenheit ihrer Kunden. Der jüngste Marktforschungsbericht wird von den Bahnoberen unter Verschluss gehalten. Der «Blick» veröffentlichte in der Ausgabe vom Dienstag einige Zahlen aus dem Bericht. Dieser spricht von «drastischen Rückgängen im Bereich Wohlbefinden» der Bahnkunden und «drastisch verschlechterter Sitzplatzverfügbarkeit».
Punkto Sauberkeit sank der Zufriedenheitsindex seit 2007 von 71.1 auf 69 Punkte. Auch der Bereich Klima gab von 76.4 auf 74 Punkte nach. Besonders drastisch ist der Rückgang im Bereich Sitzplatzangebot: Hier ist die Zufriedenheit um beinahe fünf Punkte von 72.8 auf 67.9 gefallen. Insgesamt fiel das Wohlbefinden - freundlicher Service, angenehme Atmosphäre - der Passagiere von 74.1 auf 71.8 Punkte.
Verfall in der Ära Meyer

Bezeichnenderweise setzte dieser Negativtrend erst ein, als Andreas Meyer 2007 das Szepter bei den SBB von Benedikt Weibel übernahm. Meyers drastisches Sparprogramm findet Niederschlag in den Zahlen. Meyer ist bekannt dafür ein rigides Sparregime zu führen. Bevor er bei den SBB anheuerte, war er bei der Deutschen Bahn für die Sparte Stadtverkehr zuständig. Die Berliner S-Bahn hat noch heute an den Folgen von Meyers Sparkurs zu leiden. Die Bahn ist heute beinahe funktionsuntüchtig, rund drei Viertel aller Wagen sind heute wegen Wartungsmängeln ausser Betrieb. Ob das auch die Perspektive der SBB ist?
Modernisierung angeschoben
Die SBB haben heute informiert, dass sie die Zugflotte weiter modernisiert. Angesichts der sich in den nächsten Jahren abzeichnenden Engpässe beim Rollmaterial treibt die SBB den Erneuerungsprozess von bestehenden Fahrzeugen weiter voran. Für 86 Mio. Franken werden deshalb bis 2013 180 einstöckige Reisezugwagen des Typs Bpm 51 saniert und klimatisiert .

(pat)