Seine Leidenschaft sind Feuersteingeräte

Christoph Lötschers Abschlussarbeit am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Bern handelte zum grossen Teil von Feuersteingeräten. «Seit etwa zehn Jahren bearbeite ich in meiner Freizeit Feuerstein aus ganz Europa. Mein Ziel ist es, Geräte aus sämtlichen steinzeitlichen Epochen originalgetreu nachzubauen, um einen besseren Zugang zu den Funden zu erhalten.» Feuerstein findet man unter anderem in der Region Olten. «Dort gibts zahlreiche steinzeitliche Feuerstein-Bergwerke», sagt Lötscher.

Geräte aus Feuerstein gehören zu den ersten Werkzeugen, die der Mensch entwickelt hat. Die ersten Faustkeile (Kombinationsgerät zum Schneiden und Stechen) wurden vor 2 Mio. Jahren in Afrika hergestellt. In der Natur kommt der Feuerstein meist in Knollenform vor. «Durch einen gezielten Schlag mit einem Stein können äusserst scharfkantige Abschläge von der Knolle geschlagen werden», erklärt der Experte. «Solche Geräte sind in steinzeitlichen Siedlungen bis um 2000 v. Chr. häufig in Form von Messerklingen, Bohrern, Pfeilspitzen und Dolchen vertreten.» Viel Handwerk das in der Vorgeschichte ausgeübt wurde (Töpfern, Holz- und Metallverarbeitung), hat bis heute überlebt. Die Feuersteinbearbeitung ist aber nach der Entdeckung des Metalls (Kupfer und später Bronze) ausgestorben. Feuerstein spielte bis zu der Erfindung der Streichhölzer noch eine Rolle bei der Feuerentfachung, Geräte wurden aber seit Jahrtausenden nicht mehr hergestellt. Um Funde aus Feuerstein beurteilen zu können, ist es von Vorteil, die Probleme und Lösungen des steinzeitlichen Handwerkers nachvollziehen zu können. (abs)

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