"Sie waren plötzlich da", berichtete Steve Saubert, Tierforscher und Mitbesitzer des privaten "Sea Lion Caves"- Naturparks, dem "San Francisco Chronicle". Rund 500 Tiere hätten sich in den Höhlen des Küstenparks niedergelassen, über Tausend würden weiter draussen im Pazifik treiben.

Experten glauben, dass die Seelöwen einer kalten Wasserströmung mit reichlich Futter nach Norden folgten. Ungewöhnlich warme Strömungen entlang der kalifornischen Küste hatten dort in den vergangenen Monaten die Fischbestände erheblich reduziert.

Im Oktober 2009 sonnte sich noch eine grosse Horde von Seelöwen auf den Bootsstegen vor Pier 39, einem beliebten Ausflugsziel in der Fisherman's Wharf. Eine regelrechte Invasion der Meeressäuger lockte täglich tausende Touristen an das Hafenbecken.

Statt der gewöhnlich wenigen hundert Seelöwen drängten sich zeitweise mehr als 1700 Tiere auf den schwankenden Holzstegen. Ende November zogen die Seelöwen plötzlich ab. Anfang Dezember war nur noch ein Dutzend Tiere übrig.

Vor 20 Jahren waren die ersten Seelöwen dort aufgetaucht. Touristen konnten seither hoffen, mehreren Hundert Tieren bei ihrem Treiben zuzuschauen. Die Geschäftsleute und Betreiber des Ausflugs-Piers freuten sich über die kostenlose Attraktion.