Seeanstoss, aber nicht für Boote

Der Seeanstoss von Fahrwangen liegt in der Naturschutzzone. Obwohl dort nicht gebaut werden darf, haben die Fahrwanger einen Bootssteg.

Fahrwangen - Seeanstoss nicht für Boote

Der Seeanstoss von Fahrwangen liegt in der Naturschutzzone. Obwohl dort nicht gebaut werden darf, haben die Fahrwanger einen Bootssteg.

Weil der Seeanstoss von Fahrwangen in der Naturschutzzone liegt, darf dort nicht gebaut werden. Einen Bootssteg haben die Fahrwanger trotzdem.

Lilly-Anne Brugger

Fahrwangen liegt am Lindenberg, weit weg vom Hallwilersee - denkt man jedenfalls. Doch die Gemeinde besitzt rund 500 Meter Seeanstoss. Eine ähnliche Situation gibt es auch in Fricktal. Dort liegt das Zen-trum der Gemeinde Eiken weit weg vom Rhein und trotzdem stösst die Gemeinde auf der Breite eines Bänklis an den Fluss (die Sommerreporterin berichtete).

Mündung des Teufenbachs

An heissen Sommertagen ist der Seeanstoss der Gemeinde Fahrwangen eine beliebte Badestelle. Der Teufenbach, der Grenzbach zum Kanton Luzern, fliesst hier in den See und hat ein natürliches Delta gebildet, das zum Sonnenbaden oder Bräteln einlädt. Auch Sportler, die von Beinwil her über den See geschwommen sind, erholen sich hier gerne, bevor sie wieder zurückschwimmen.

Fragt man die Ausflügler, auf welchem Gemeindegebiet sie sich befinden, wird oft Meisterschwanden genannt, denn von der Landzunge aus ist das Restaurant Seerose in Meisterschwanden gut zu sehen. Tatsache ist aber, dass das Gemeindegebiet von Fahrwangen genau an dieser Stelle bis an den Hallwilersee reicht.

Doch weshalb vermarktet die Gemeinde diese 500 Meter Seeanstoss nicht intensiver? Der Fahrwanger Gemeinderat Christian Tschannen meint schmunzelnd, dass dies nicht ganz richtig sei. «Wenn die Gemeinde eigenes Land verkauft, werben wir schon mit der Nähe zum See.» Ausserdem könne man ja auch in Fahrwangen die Seesicht geniessen - wenn man hoch genug baue.

Steg trotz Naturschutzzone

Da der Fahrwanger Seeanstoss in einer Naturschutzzone liegt, dürfen sich Schiffe dem vorgelagerten Schilfgürten nur bis auf 50 Meter nähern. Eine Anlegestelle «Fahrwangen» für die Kursschiffe ist somit keine Utopie, sondern schlicht unmöglich. Dasselbe gilt für einen Bootssteg für Freizeitboote.

Trotzdem hat Fahrwangen einen Bootssteg: Die Gemeinde ist mit einem Drittel am Bootssteg von Meisterschwanden beteiligt. Grund für diese Zusammenarbeit: der Seeanstoss. «Da nach dem Bau des Steges noch Plätze frei waren, entschied man sich, Fahrwangen am Steg zu beteiligen», sagt Ueli Haller, Vizeammann von Meisterschwanden und Präsident der Bootsstegkommission. Der Vorteil für die Fahrwanger: So kommen sie etwas schneller an die begehrten Bootsplätze.

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