Kunstmesse
Scope gibt Landhofareal nicht auf

Die Kunstmesse beharrt auf der Einhaltung des gültigen Mietvertrags. Scope-Anwalt Martin Boos zieht negativen Entscheid des Bauinspektorats an die nächste Instanz weiter.

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Landhof

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Esther Jundt

Das Seilziehen um den Austragungsort der Kunstmesse Scope geht weiter. Den Entscheid des Bauinspektorats, wonach die Kunstmesse im Juni nicht auf dem Landhof stattfinden kann, will Scope-Anwalt Martin Boos bei der Baurekurskommission anfechten.

Er will zudem mit einer vorsorglichen Verfügung erreichen, dass die Scope trotzdem auf dem Landhof stattfinden kann. «Die Scope muss dort stattfinden, wir haben auch den entsprechenden Mietvertrag», sagte er. Der Vertrag «mit allen Details» halte fest, dass Scope das Areal vom 1. bis 20. Juni nützen kann. Scope stellte bereits ein Inserat ins Internet mit einem detaillierten Plan zum Landhofareal.

Das Bauinspektorat wies das Baubegehren der in New York ansässigen Scope ab und hiess die mehr als 100 Einsprachen von Anwohnern gut (bz von gestern). Die geplanten Zelte seien nicht zonenkonform, hiess es im Entscheid. Das Landhofareal diene vor allem als Sport- und Freizeitanlage. Der von Scope geplante temporäre Ausstellungsbetrieb entspreche nicht der «traditionellen Zweckbestimmung» des Areals.

Die Existenz des Mietvertrags bestätigt auch Crispin Hugenschmidt, Generalsekretär im Erziehungsdepartement (ED). Scope habe das Areal gemietet und könne es nutzen, aber eben zonenkonform. Er sieht dem weiteren Vorgehen gelassen entgegen. Der Scope seien zwei Ersatzareale angeboten worden, nämlich beim Sandgrubenweg/Vogelsangstrasse und auf dem Rankhof. Beide lehnten die Verantwortlichen der Kunstmesse als ungeeignet ab.

Morin soll einschreiten

Hugenschmidt sieht im Entscheid des Bauinspektorats keine Willkür. Die Anlage werde für Kinder- und Freizeitprogramme genutzt, die auch vom ED unterstützt werden. Weshalb dann der Mietvertrag? Man habe nicht gewusst, was Scope plane, sagte Hugenschmidt. Er gab aber zu, dass das ED als Vermieterin des Areals davon ausgehen musste, dass die Scope einen Kunst- und keinen Sportanlass organisiert.

Boos erachtet die Argumente des Bauinspektorats als fadenscheinig. Auf dem Landhof fänden seit zehn Jahren keine grossen Sportveranstaltungen mehr statt. Die Freizeitaktivitäten reichten von kirchlichen Messen bis zu Kinderfesten und würden vor allem im Tribünenhaus durchgeführt.

Boos wünscht eine Vermittlung durch Regierungspräsident Guy Morin. Er hält fest, dass die Kulturabteilung inzwischen ins Präsidialdepartement eingegliedert wurde und dort auch das Standortmarketing - die Imageförderer der Stadt - angesiedelt ist.

Das fröhliche Treiben der Basler Staatsangestellten löste nämlich in der internationalen Kunstszene bereits Verwunderung aus. Vor allem die Amerikaner können laut Boos nicht verstehen, dass in Basel geschlossene Verträge nicht verbindlich eingehalten werden. Die Anfrage der bz, ob sich Morin mit dem vertrackten Geschäft befassen und sich als Mediator engagieren will, hat das Präsidialdepartement bis gestern Abend nicht beantwortet.