Kunstmesse
Scope darf doch auf den Landhof

Baudirektor Hans-Peter Wessels hat der Kunstmesse Scope eine Ausnahme-Baubewilligung erteilt. Dies unmittelbar nachdem sich die Baurekurskommission mit der Angelegenheit befasst hatte.

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Landhof

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a-z.ch News

Markus Vogt

Die Kunstmesse Scope kommt zum dritten Mal nach Basel, und sie darf sich an ihrem Wunschort installieren, dem Landhof. Das steht fest, nachdem gestern Morgen die Baurekurskommission einen Rekurs der Scope zwar abgelehnt, gleichzeitig aber die Möglichkeit eröffnet hatte, eine Ausnahme-Baubewilligung zu erteilen. Das Begehren dafür wurde von Scope umgehend gestellt, worauf Regierungsrat Hans-Peter Wessels als Baudirektor diese Ausnahme ebenso umgehend bewilligte.

Die Scope sucht für ihre Veranstaltung jeweils ganz bewusst die Nähe einer Kunstmesse - in Basel ist dies die ART, die weltweit wichtigste Kunstmesse, die vom 10.-14. Juni stattfindet. Im Jahr 2007 war die Scope in der E-Halle der Messe untergebracht, 2008 musste sie ins Hafenareal ausweichen, weil sie von der Messe kein Areal erhielt. Mit 85 Galerien aus der ganzen Welt will Scope vom 8.-14. Juni in Basel präsent sein. Seit längerer Zeit wird der neue Standort angepriesen, «weniger als zwei Minuten von der ART...»

Juristisches Hin und Her

Das Erziehungsdepartement, das zunächst einen Mietvertrag abgeschlossen hatte, wollte diesen wieder rückgängig machen, wie Regierungsrat Christoph Eymann im März im Grossen Rat erklärte. Das Thema kam wegen eines politischen Vorstosses im Parlament zur Sprache. Das Erziehungsdepartement wurde aber vom Zivilgericht zurückgepfiffen, der Vertrag sei rechtskräftig. Die nötige Baubewilligung wurde von den zuständigen Behörden indessen nicht erteilt, weil der Aufbau der geplanten Zeltstadt nicht zonenkonform sei. Gegen den Entscheid des Bauinspektorats rekurrierte die Scope bei der Baurekurskommission.

Nicht für Scope, aber für die Galerien

Die Baurekurskommission lehnte den Rekurs zwar ab, stellte aber fest, dass sie die Erteilung einer Ausnahmebewilligung für das Jahr 2009 für vorstellbar erachte, sofern ein begründetes Ausnahmebegehren eingereicht werde. Abgesehen von der fehlenden Zonenkonformität spreche kein öffentliches Interesse gegen die Bewilligung des Projekts, befand die Baurekurskommission.

Regierungsrat Hans-Peter Wessels handelte sofort, als das Begehren eintraf. Die Ausnahmebewilligung gilt für eine einmalige Durchführung, also nur für dieses Jahr. Leicht sei ihm der Entscheid nicht gefallen, sagte der Baudirektor gegenüber der bz. Nicht goutiert hat Wessels, wie die Scope vorgegangen sei, das grenze an Nötigung. Aus juristischen Überlegungen hätte es keinen Grund gegeben, für diese Kunstmesse eine Ausnahmebewilligung zu erteilen, sagte Wessels weiter. Er habe schliesslich politisch entschieden, nicht aus Rücksicht auf die Scope, sondern weil er nicht wolle, dass gegen hundert Galerien ohne eigenes Verschulden zu Schaden kommen.

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