Am Abend des 4. März 2009 war die im Kanton Schwyz wohnhafte Lucie getötet worden. Die Vermisstmeldung ging nach Mitternacht ein, die Notsuche wurde erst am folgenden Tag ausgelöst. Zu diesem Zeitpunkt wusste man noch nichts vom Schicksal des Mädchens. Dessen Leiche wurde erst am 8. März in Baden AG gefunden.

Im Zusammenhang mit der Suche zeigte sich, dass es bei der Übermittlung von Handy-Daten, mit denen man Lucie zu finden hoffte, Verzögerungen und Unstimmigkeiten unter Behörden gab. Das führte zu einem Vorstoss im Schwyzer Kantonsrat, der daraufhin die Justizkommission als Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) einsetzte.

In Schwyz der PUK-Bericht vorgestellt. Er stützt sich massgebend auf den beigezogenen externen Untersuchungsleiter Jürg Sollberger. Wichtigste Erkenntnis: Das Gerangel unter den Justizbehörden hatte keinen Einfluss auf das Schicksal von Lucie. Sie war schon tot, als sich die Behörden stritten.

Die Ursache für die Verzögerung liegt beim Dienst für die Überwachung des Post- und Fernmeldewesens (ÜPF) des Eidg. Justiz- und Polizeidepartementes. Der Grund ist ein Streit zwischen der Bundesstelle und dem Schwyzer Kantonsgericht in einem früheren Fall. Dieser führte zu einer Sonderbehandlung des Kantons Schwyz und zur Verzögerung im Fall Lucie.