Schwing-Keller

Schwinger und Gemeinde finden doch nicht zueinander

Der Schwingclub Binningen (SCB) und die Gemeinde werfen sich gegenseitig vor, Abmachungen nicht eingehalten zu haben. (Symbolbild)

Schwinger (Symbolbild)

Der Schwingclub Binningen (SCB) und die Gemeinde werfen sich gegenseitig vor, Abmachungen nicht eingehalten zu haben. (Symbolbild)

Jetzt kommt es also zum Kampf: In Sachen Schwingkeller Binningen soll nun nach mehrmaligem Verschieben am 29. November abgestimmt werden.

Birgit Günter

Mit einem Happy End ist jetzt doch nichts. Beide - der Schwingclub und die Gemeinde Binningen - reden davon, sich im jeweils anderen getäuscht zu haben. Darum kommt es nun zur Abstimmung am 29. November, an der beide Parteien für ihre Sache kämpfen werden: die Gemeinde für den Einzug des Mittagstisches ins Pestalozzischulhaus und somit für die Kündigung des dortigen Schwingkellers; und die Schwinger ihrerseits für den Verbleib in ihrer «Heimat» im Pestalozzikeller.

Doch eigentlich hätte sich dies die Gemeinde anders gewünscht. «Unser Ziel war, dass beide - Gemeinde wie der Schwingclub - an der Urne ein Ja für den Einzug des Mittagstisches empfehlen würden», erklärt Gemeindeverwalter Olivier Kungler. Aus formellen Gründen hätte der SCB zwar sein Referendum nicht zurückziehen können und es wäre sowieso abgestimmt worden, aber immerhin hätte die Gemeinde in diesem Fall mit einem Ja rechnen und somit besser planen können.

Um den Schwingern Hand zu bieten, hat die Gemeinde ihnen Alternativen zum jetzigen Schwingkeller vorgelegt: die Benützung der noch anzupassenden Athletikhalle oder die Einmietung beim Schwingclub Oberwil. An verschiedenen Augenscheinen habe man mit den Schwingern die Anpassungen an der Athletikhalle besprochen.

Auch die Meinungen schwingen

Doch dann, so Kungler, sei es bei den Schwingern zu einem Meinungsumschwung gekommen. «Sie haben uns mitgeteilt, dass sie auf jeden Fall für den Verbleib im Schwingkeller kämpfen und darum an der Urne kein Ja empfehlen wollen», sagt Kungler. Nur im Fall einer Niederlage seien sie bereit, in die Athletikhalle zu ziehen. «Das war aber nicht unsere Abmachung», meint Kungler.

Bei den Schwingern tönt es anders: «Die Athletikhalle wäre für uns in Ordnung gewesen», sagt Philippe Moll vom Referendumskomitee. «Doch dann hat sich gezeigt, dass die Gemeinde uns gar nicht in der Athletikhalle haben will. Die wollte uns von Anfang an nach Oberwil abschieben.» Und in Oberwil zu trainieren - das sei für den SCB indiskutabel.

Variante Athletikhalle ist vom Tisch

In der Tat ist die Variante Athletikhalle mittlerweile «gestorben», wie Kungler bestätigt. Und zwar aus Kostengründen: «Die Kosten sind von Augenschein zu Augenschein gestiegen. Mittlerweile liegen sie bei über 100 000 Franken. Das wäre nicht verhältnismässig.»

Für das gleiche Geld könnten sich die Schwinger 25 Jahre lang in Oberwil einmieten, sagt Kungler. Der Gemeindeverwalter gibt gleichzeitig zu, dass die Verwaltung einen Fehler begangen habe, weil sie die Umbaukosten zu tief eingeschätzt hätte.

Für die Gemeinde ist das Aus der Athletikhalle aber kein Problem, denn es gäbe ja noch die Variante Oberwil. Der dortige Schwingclub habe bereits ein Ja signalisiert, um die Binninger Schwinger aufzunehmen, betont Kungler. Die Gemeinde Binningen würde die Mietkosten übernehmen, auch von der Trainingszeit her sei es kein Problem: Der SC Oberwil brauche die Halle am Donnerstag; der SC Binningen Montag, Mittwoch und Freitag.

Alles schön und gut - doch eben: Bei der Oberwiler Variante fühlen sich die Binninger Schwinger übergangen. «Oberwil kommt nicht in Frage», wiederholt Moll. Darum kämpfe der SCB nun für den Verbleib am Standort im Pestalozzischulhaus. Doch Moll führt noch einen anderen Grund an. Am Anfang sei es ihm nur um den SCB gegangen, aber mittlerweile finde er es auch «eine Schande, dass die Kinder in den dunklen Keller gesteckt würden», meint er.

Am 29. November bieten sich nun zwei Szenarien: Wird der Einzug des Mittagstisches angenommen und das Referendum somit abgelehnt, müssen die Schwinger wohl nach Oberwil ziehen. Wird hingegen der Mittagstisch abgelehnt, dürften die Schwinger vorläufig im Keller bleiben - und die Gemeinde müsste neue Standorte für den Mittagstisch suchen. «Ob das dann für 2010 reicht, bezweifle ich», sagt Kungler.

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