Carlo Janka
Schweizer Olympiasieger vergolden ihre Medaillen

Dario Cologna, Carlos Janka, Mike Schmid und Didier Défago sind seit ihren Olympiasiegen bei Sponsoren hoch im Kurs. Sie haben neue Verträge. Einzig Überflieger Simon Ammann hebt bis jetzt nicht ab.

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Simon Ammann und Mike Schmid sind zurück in der Schweiz

Simon Ammann und Mike Schmid sind zurück in der Schweiz

Keystone

Rüdi Steiner

Ein Olympiasieg lässt sich gut vergolden. Jüngstes Beispiel ist der Langläufer Dario Colgna. Er ist der neue Markenbotschafter der Uhrenmarke Hublot. Die Genfer Uhrenmarke, die seit knapp zwei Jahren zum französischen LMVH-Konzern gehört, hat den Schweizer jetzt unter Vertrag genommen.

«Er ist Schweizer, jung und hat grosses Potenzial für weitere Erfolge», begründet Hublot-CEO Jean-Claude Biver gegenüber a-z.ch die Wahl. Cologna sei überdies bescheiden, sehr gut aus, schlicht ein Modellathlet. Hublot habe Cologna bereits letzten Herbst unter Vertrag genommen, so Biver. Das Engagement dürfte Cologna eine sechsstellige Summe einbringen.

5000 Franken fürs Simis Brille

Swiss Olympic hat mit einer Auktion im Rahmen der Olympischen Winterspiele in Vancouver einen Erlös von 36 000 Franken erzielt. Besonders beliebt war die Kultbrille von Simon Ammann, die alleine 5200 Franken einbrachte. Die Jacke des St. Galler Doppel-Olympiasiegers kam für 3410 und Carlo Jankas Helm für 3510 Franken unter den Hammer. Bei der Versteigerung der Olympia-Teambekleidung von Vancouver wurde mit 36 000 Franken ein Rekordbetrag erreicht, der vollumfänglich der Schweizer Sporthilfe zu Gute kommt.

Janka wirbt für Rolex

Ebenfalls bereits bei neuen Sponsoren untergekommen ist Carlo Janka. Hier ist er die Uhrenmarke Rolex, die für einen sechsstelligen Betrag mit dem Schweizer wirbt. Der Vertrag wurde wenige Tage vor den Olympischen Spielen fixiert und ist laut Jankas Management auf mehrere Jahre angelegt.

Der Erfolg im Weltcup wird weitere Sponsoren anlocken. Jankas Manager redet jedenfalls bereits mit weiteren möglichen Partnern, wie er gegenüber a-z.ch erklärt.

Und auch Abfahrtssieger Didier Défago ist bei der Suche nach Sponsorengeldern auf der Zielgerade, wie sein Manager Ralph Krieger, Chef der Lausanner Vermarktungsfirma GPS Performance Services, sagt. Défago soll fürs Wallis werben, nämlich für die Plattform Valais Excellence. Daneben sucht Krieger für Défago noch einen Sponsor aus dem Jahresmittelsbereich. «Didier Défago kann in der Schweiz ein grosser werden», umschreibt Krieger dessen Potenzial. Die grossen sechsstelligen Summen liegen da aber nicht drin.

Keiner fliegt auf Simi - bis jetzt

Bleibt einzig Simon Ammann. Der Skispringer hat gleich zwei Olympia-Medaillen gewonnen. Und auch der Sieg im Gesamtweltcup ist dem Toggenburger Überflieger kaum noch zu nehmen. Bei möglichen Sponsoren bleibt Ammann ein Tiefflieger. Rivella, Coop, Emmi, Swiss, Wander (Ovomaltine), Red Bull, Ochsner Sport winken laut einer Umfrage der Zeitung «Sonntag» alle ab. «Skispringen ist eine Randsportart», sagt Emmi-Sprecherin Monika Senn. Ammann ist an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig. Er redet öffentlich bereits vom Rücktritt.

Ammanns Management gibt sich dennoch optimistisch. «Wir sind auf gutem Weg», sagt Hubert Schiffmann von der Vermarktungsagentur WWP. Er hofft, 2010 drei bis fünf neue Verträge schliessen zu können. «Drei werden wir ziemlich sicher abschliessen», sagt Schiffmann zu a-z.ch.