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Schweizer Jugend forscht: Jeder Zweite ist ein Aargauer

Die Aargauer dominieren den nationalen Forscherwettbewerb «Schweizer Jugend forscht»: 36 der insgesamt 89 Teilnehmer stammen aus dem Aargau. Die AZ hat nach dem Erfolgsrezept gefragt.

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Schweizer Jugend forscht: Jeder Zweite ist ein Aargauer

Schweizer Jugend forscht: Jeder Zweite ist ein Aargauer

Aargauer Zeitung

Von Daniel Wagner

Die starke Präsenz der Aargauer Jugendlichen am 44. nationalen Jungforscherwettbewerb «Schweizer Jugend forscht» hat eine mehrjährige Tradition. Nicht nur zahlenmässig sticht der Kanton immer wieder hervor. Auch die Qualität der Arbeiten verblüfft jedes Jahr aufs Neue. Sie bewegen sich zum Teil bereits auf Hochschulniveau.

Aus dem ganzen Kanton reisten insgesamt 36 Teilnehmer zur heute Samstag in Basel stattfindenden Preisverleihung. Bezogen auf die Rekordteilnehmerzahl 89, entspricht dies einem beachtlichen Anteil von 40 Prozent. Die talentierten Jungforscher warten mit 63 hochstehenden, teilweise interdisziplinären Einzel- und Gruppenarbeiten in den unterschiedlichsten Fachbereichen auf.

Vertreten sind traditionsgemäss die Alte und die Neue Kantonsschule Aarau, aber auch jene in Wohlen. Weil die Stiftung Schweizer Jugend forscht (SJf) diesen Wettbewerb vor einigen Jahren auch für Berufsschüler geöffnet hat, sind dieses Jahr dank gezielter Förderung auch Lernende der Berufsbildungszentren Baden und Rheinfelden mit dabei. Der Aargauer Jungforschergeist macht nicht einmal an den Kantonsgrenzen Halt: Sogar das AkadCollege Zürich und das Gymnasium St. Antonius Appenzell stellen Aargauer Teilnehmer.

SJf setzt auf Ambassadoren

Für Clelia Bieler, Projektverantwortliche für den nationalen Jungforscherwettbewerb «Schweizer Jugend forscht», ist die starke Aargauer Beteiligung kein Zufall: «Unsere Stiftung hält an Schulen und kantonalen Preisverleihungen gezielt nach wissenschaftlich fundierten Arbeiten aus unterschiedlichen und interdisziplinären Fachrichtungen Ausschau. Zudem zählen wir auf die Ambassadoren, welche innerhalb der jeweiligen Schule eine wichtige Vermittlerfunktion wahrnehmen.» Allerdings gelinge diese Förderung nicht überall gleich vorbildlich wie im Kanton Aargau.

Einer dieser tätigen Ambassadoren (Botschafter) ist Fritz Wenzinger. Der aus der Wirtschaft kommende Quereinsteiger ist erst seit rund zehn Jahren als Chemielehrer tätig und unterrichtet seit sieben Jahren an der Neuen Kantonsschule Aarau (NKSA). Er bringt dort auch sein praxisorientiertes Wissen gezielt mit ein. Dass das konsequent umgesetzte Ambassadorenmodell von Erfolg gekrönt ist, beweisen die Fakten deutlich: Denn beim genauen Hinschauen sticht die überproportionale Präsenz der NKSA am SJf-Wettbewerb ins Auge. 20 der 36 Aargauer Teilnehmenden gehen dort zur Schule. Vertreten sind sie mit 11 der 63 prämierten Arbeiten.

Fritz Wenzinger betont, dass für den Erfolg nicht er allein, sondern das ganze Team verantwortlich zeichnet: «Dazu gehören die Schulleitung, die Lehrer und die Projektbetreuer. Auch die Schüler und selbst die Eltern sind wie wichtige Bindeglieder in dieser Kette.» Wichtig für das Gedeihen sei, dass die Schulleitung hinter dem Vorhaben stehe, streicht er heraus.

Entscheidungshilfe bei Studienwahl

Fritz Wenzinger zieht an der NKSA die Fäden und koordiniert die institutionalisierten Aktivitäten auf breiter Ebene. Wichtig sei, dass er, die Lehrer und die Projektbetreuer die Augen offenhalten würden. Es gelte, die Talente und Fähigkeiten der begeisterten Jugendlichen herauszuspüren, sie gut zu informieren, sie entsprechend abzuholen und zu motivieren.
Dem Kanton Aargau kommt noch ein weiterer Faktor zugute: In den Schulplänen ist der so genante Projektunterricht als Obligatorium verankert. So lernen Jugendliche an den Kantonsschulen bereits im dritten Schuljahr, wie eine Arbeit nach wissenschaftlichen Vorgaben verfasst wird. Diese Aufgabe im Vorfeld der eigentlichen Maturarbeit habe sich sehr bewährt, auch in Hinblick auf eine mögliche Teilnahme bei «SJf», betont Wenzinger. «Ich frage mich, wie viele Schüler an anderen Schweizer Mittelschulen diese Wettbewerbs-Chance verpasst haben, nur weil sie von SJf keine Kenntnis hatten.»

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