Schweizer Besuch in der Dominikanischen Republik

Fein geschnittenes, knuspriges Brot, frische Früchte und daneben eine Pfanne voller heissem, duftendem Käse. Doch anstatt der typischen Schweizer Kulisse mit schneeweissen Alpen wird mein Hintergrund von wehenden Palmen in der lauen Abendbrise gesäumt.

Tanja Enseroth

Dieses eher etwas ungewöhnliche Abendmahl hier in der dominikanischen Republik wurde von meinem lang ersehnten und diese Woche endlich eingetroffenen Schweizer Besuch ermöglicht. Auch wenn die dominikanische Spontanität unser Zusammentreffen um einiges erschwert hat.

Schon am Mittwoch mit meinem Schweizer Nachbar treffen, der zurzeit seine alljährlichen Ferien bei einem Freund verbrachte, der eine echte Schweizer Bäckerei in Boca Chica, einem Touristenort in der Nähe der Hauptstadt Santo Domingo besitzt.

So vereinbarten wir ursprünglich das er und ein Freund von ihm der ebenfalls im Lande war, mich Mittwochnachmittags in Moca besuchen sollten. Was aber zunächst buchstäblich ins Wasser fiel, da die zwei Herren noch in Mitche am Wale schauen waren.

Dienstag; neuer Tag, neues Glück. Wieder zurück in Boca Chica, reisten meine zwei Besucher schon morgens in der Früh nach Santo Domingo wie geplant, um von dort aus weiter nach Moca zu fahren. Als ich dann einen Anruf bekam. Bereits in der Hauptstadt, wussten die Beiden nicht weiter, da die zwei grossen Busorganisationen ihre Linien nach Moca schon von vor einiger Zeit gestrichen hatten. Da versuchte nun ich als Hauptstadttouristin zwei nicht spanisch sprechenden Schweizern den Weg zum „mocanischen" Kleinbus zu erklären. Erstaunlicherweise haben sie diesen sogar gefunden, ihnen dann aber an der Haltestelle gesagt wurde, die nächste Guagua fahre etwa um drei Uhr Nachmittags, womit ihre Chancen noch am selben Tag zurückzukehren gleich Null waren. So ging also auch Versuch zwei in die Hose.

Da ich freitags erstens keine Schule hatte und zweitens endlich meine Schweizer Mitbringsel sehen wollte, nahm ich die Sache in die Hand und fuhr mit meinem dominikanischen Papa in die Hauptstadt, da dieser sowieso geschäftlich dahin musste. Da befand ich mich immerhin schon mal in der Dreimillionenstadt und musste mich nur noch auf die Suche machen. Die zwei Gesuchten befanden sich allerdings im grössten Park der Stadt, so ungefähr in der Mitte, wie sie uns mitteilten. Nach einigen erfolgslosen Runden verlegten wir unseren Treffpunkt dann auf den Eingang des Chinesenviertels, was dann endlich fast auf Anhieb klappte.

Nach ein bisschen Geplauder - endlich wieder einmal auf Schweizerdeutsch! - und der Übergabe einiger Schweizer Leckereien wie zum Beispiel M-Budget Kaugummis, Cervelats, Baslerläckerli , Fondue und sogar selbstgemachte Marmelade von meiner Mama, gings dann auch schon wieder zurück nach Moca.

Wo ich dann am selben Abend noch kochte. Während meine grössere Schwester und mein Papa den Schweizer Käse liebten, konnten die Kleine und meine Mama mit der duftenden Masse überhaupt nichts anfangen. Den Nachtisch mochten dann jedoch alle. Was es wohl gab? Schweizer „Schoggi" natürlich!

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