Schweinegrippe
Schweinegrippe: Von Panik ist im Aargau nichts zu spüren

Drei Menschen sind in der Schweiz an der Schweinegrippe gestorben. Hausärzte und Spitäler sind aber nicht besorgter als vorher. Seit wenigen Tagen wird im Aargau geimpft. 40 Mal hat Allgemeinarzt Thomas Stüssi schon gestochen.

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Impfung

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Aargauer Zeitung

Corinne Rufli

Update

Die pandemische Grippe H1N1, auch Schweinegrippe genannt, fordert die ersten Todesopfer in der Schweiz. Nach den anfänglichen Problemen bei der Herausgabe des Impfstoffes in der Schweiz, wurde in den letzten Tagen mit einer weitflächigen Impfung der Risikogruppen begonnen. Die Impfung der gesamten Bevölkerung kann, nach Angaben des BAG, am Montag beginnen. 2 Millionen Dosen Grippeimpfstoff steht dann zur Verfügung. Die Risikopersonen haben jedoch weiterhin Vorrang. Die Impfung ist freiwillig und kostenlos. (CRU)

«Für mich sind diese Todesfälle ein Signal. Sie beweisen, dass Risikopatienten gefährdeter sind und dass man bei den Massnahmen nichts ändern muss», sagt der Brugger Hausarzt Thomas Stüssi. Denn bisher habe man bereits richtig gehandelt. «Ich empfehle die Schweinegrippe-Impfung chronisch kranken Menschen, die immungeschwächt sind oder Herz- und Lungenkranken Leuten und deren Kontaktpersonen.

Todesopfer waren immungeschwächt

Über die ersten Todesfälle wegen der Schweinegrippe wird in diesen Tagen überall berichtet. Die Verstorbenen haben eines gemeinsam: Es sind Menschen mit einem schwachen Immunsystem, das wohl auch gegen die saisonale Grippe nicht hätte ankämpfen können.

Marc Pfirter, Direktor des Regionalen Pflegezentrums Baden, schliesst sich in seiner Empfehlung Stüssi an: «Ein Teil unseres Personals wurde bereits geimpft und wir empfehlen auch den Bewohnern und ihren Angehörigen sich impfen zu lassen.»

Für die Bewohner des Pflegezentrums ist nicht derselbe Impfstoff wie für das Personal vorgesehen, dieser ist aber noch nicht verfügbar. Sobald der Impfstoff erhältlich ist, können sich die Bewohner melden und werden intern von den Zentrumsärzten geimpft. «Wir können das dann sehr schnell und unbürokratisch lösen», sagt Pfirter.

Nicht viele Impfwillige

Überrant wurde Thomas Stüssi von impfwilligen Leuten nicht. Der Impfstoff sei erst vor zwei Tagen gekommen, sagt er. Seither habe er 40 Leute geimpft. «Gegen die saisonale Grippe haben wir bereits 250 Leute geimpft», sagt er. «Diese Grippe könnte gefährlicher sein als die Schweinegrippe.»

Täglich rufen etwa 30 Leute an wegen Fragen zur Schweinegrippe-Impfung. «Bisher ist alles gut zu managen», sagt der Hausarzt. Wenn sich Todesfälle häufen, könnte es schon einen Run auf die Impfung geben. Er und sein Team seien gegen die Schweinegrippe geimpft - zum Schutz der Patienten.

In Stüssis Praxis gab es nur wenige diagnostizierte Fälle vom H1N1-Virus. «Man kann nicht immer den Test machen ob es jetzt die Schweinegrippe oder eine normale Grippe ist.» 180 Franken koste der Test und habe für die Behandlung keine Konsequenzen. Denn wie üblich bei der Grippe kann man nur die Symptome bekämpfen. Stüssi betont aber, dass die Patienten sich eine Woche isolieren sollten und auf etwaige Komplikationen achten.

«Wichtig ist, keine Panik zu machen»

Oft wird gesagt, dass sich viele junge, gesunde Menschen mit dem H1N1-Virus anstecken. Das komme aber daher, so Stüssi, dass sie mobiler seien und sich im Zug oder Bus leichter infizieren. Sie sterben aber genauso selten daran, wie bei einer saisonalen Grippe. Stüssi sagt klar: «Wichtig ist, keine Panik zu machen.»

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