Alessandra Paone

Stand in den letzten Wochen vor allem der Impfstoff im Mittelpunkt, dreht sich nun alles wieder um die Schweinegrippe - auch im Baselbiet. Nachdem an der Sekundarschule Allschwil 20 Schülerinnen und Schüler erkrankt sind, hat der Kantonale Krisenstab gestern beschlossen, den Schulbetrieb für drei Klassen einzustellen. Bei sieben der erkrankten Jugendlichen wurde das Grippevirus nachgewiesen.

Der Baselbieter Kantonsarzt Dominik Schorr hat zudem in Eigenkompetenz verfügt, auch in Arlesheim eine Schulklasse vom Unterricht zu befreien. Schulschliessungen oder die Einstellung des Schulbetriebs für mehrere Klassen liegen nicht mehr in der alleinigen Kompetenz des Kantonsarztes und müssen vom Kantonalen Krisenstab angeordnet werden. «Zurzeit stehen keine weitere Suspendierungen zur Diskussion», bemerkt Dieter Leutwyler, Kommunikationsverantwortlicher des Kantonalen Krisenstabs. Dominik Schorr war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Keine Schulschliessung geplant

Die komplette Schliessung des Allschwiler Schulhauses Bettenacker schliesst Leutwyler im Moment noch aus. Eine Schliessung würde bedeuten, dass die Pandemie das Höchstmass erreicht hat - dann würde die totale Einstellung des Unterrichts sowieso nichts mehr bringen, sagt Leutwyler.

Weitere erhärtete Fälle - vor allem im oberen Kantonsteil - sind keine bekannt, wie Edgar Spinnler vom Baselbieter Amt für Volksschulen bestätigt. An der KV-Schule in Liestal sowie an der Rudolf-Steiner-Schule in Aesch sei je ein Schüler erkrankt.

«Die Ampel steht derzeit immer noch auf Grün», sagt Spinnler. Die Schulen seien also nicht verpflichtet, die erkrankten Schüler zu melden. Die meisten würden es aber trotzdem tun, was der Kanton natürlich begrüsse. Mit dieser «milden» Haltung will der Kanton verhindern, dass eine Hysterie ausbricht, betont Spinnler. Bei Orange müssten die Schulen täglich Meldungen mit Klassenlisten verschicken. «Schaltet die Ampel auf Rot, geht's ans Eingemachte - dann befinden wir uns in der epidemischen Phase», betont Spinnler.

Normale Massnahmen in Basel

Im Kanton Baselland erkranken derzeit im Schnitt vier bis fünf Menschen pro Tag an Schweinegrippe. Seit Mitte Oktober kann eine Zunahme der bestätigten Fälle festgestellt werden. Heute tagt der Kantonale Krisenstab erneut, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Obwohl die Schweinegrippe direkt vor ihrer Haustür wütet, bleibt die Basler Kantonsärztin gelassen. «Wir erwarten auch lokale Ausbrüche in Basel, werden aber die üblichen Massnahmen treffen», sagt Anne Witschi. Konkret: Erkrankte Kinder und deren Geschwister bleiben zu Hause. Mit dieser Handlungsweise, die im Übrigen strenger sei als die Bestimmungen des Bundesamtes für Gesundheit, sei Basel-Stadt bisher immer gut gefahren. Die Zahl der Schweinegrippefälle im Stadtkanton ist Witschi nicht bekannt. Über den Impfstoff und den Zeitpunkt seiner Ankunft hüllt sich die Kantonsärztin in Schweigen.