Schweinegrippe-Experte: Krippe in Aarau gehört geschlossen

In der Kinderkrippe des Kantonsspitals Aarau wiesen 12 Kinder Grippesymptome auf. Bei vier Kindern wurde ein Schweinegrippe-Test gemacht, zwei waren positiv. Es mache keinen Sinn, die Kinderkrippe zu schliessen, sagt das Kantonsspital Aarau. Das Risiko, sich mit dem Schweinegrippevirus anzustecken, bestehe überall. Experten widersprechen.

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Dania Genini

Wie das Kantonsspital Aarau (KSA) auf Anfrage bestätigt, wurden zwei Kinder positiv auf das Schweinegrippe-Virus getestet. Rund 10 Prozent haben Grippesymptome. Die Kinder haben Fieber, Husten, Schnupfen. Zum Teil seien sie bereits wieder gesund und zurück in der Krippe.

Die Schweinegrippefälle sind seit vergangenem Freitag bestätigt. Während der akuten Krankheitsphase seien die Kinder zuhause gewesen. Gemäss BAG sind die Kinder sieben Tage nach Symptombeginn nicht mehr ansteckend. Die Krippe wurde nicht geschlossen, weil es laut einer Erklärung des KSA keinen Sinn mache, da die Ansteckungsgefahr überall bestehe, nicht nur in der Krippe.

10 Prozent erkrankt - Krippe sollte geschlossen werden

Experten äussern gegenüber a-z.ch die Meinung, dass die Krippe im vorliegenden Fall geschlossen werden müsste. «Wenn ein so hoher Anteil an Kindern erkrankt ist, müsste man eine Schliessung der Krippe ernsthaft in Betracht ziehen», sagt Dr. Thomas Stöckli, leitender Arzt für Infektiologie am Bürgerspital Solothurn.

In Solothurn gebe es keine dokumentierten Fälle von Schweinegrippe in der Kinderkrippe. Zwischen 15 und 20 Kinder werden in der Krippe des Bürgerspitals betreut, meist Kinder von Spitalangestellten. Zur Prävention werde den Kindern gezeigt wie man die Hände richtig wäscht.

Keine Fälle im Kantonsspital Baden

In der Kinderkrippe des Kantonsspitals Baden (KSB) sind bisher keine Fälle von Schweinegrippe aufgetaucht, erklärt Marco Bellafiore, Sprecher des KSB auf Anfrage. Wenn ein Kind Grippesymptome aufweist, werde auf jeden Fall ein Abstrich gemacht und das Kind so auf das H1N1-Virus getestet. Falls sich der Fall bestätigt, werde die Situation weiter beobachtet. Bei einer Häufung von Fällen werde die Kinderkrippe geschlossen.

Anweisungen der Schulen befolgen

In der Stiftung «Chinderhuus» in Aarau befolgt man die Anweisungen der Schulen und des Kantons. «Weist ein Kind Grippesymptome auf, wird es nach Hause geschickt. Es ist dann Sache der Eltern, den Arzt zu konsultieren und das Kind untersuchen zu lassen», sagt Ivana Ceccarelli, Pädagogische Leiterin der Stiftung «Chinderhuus». Bisher habe das «Chinderhuus» keinen Fall von Schweinegrippe gehabt. Sollte ein Schweinegrippefall auftreten, müssten die Eltern dies den Verantwortlichen des «Chinderhuus» melden.