Schweinegrippe
Schweinegrippe: Die Lage spitzt sich zu

Die Schweinegrippe-Erkrankungen nehmen täglich zu. Doch in Basel-Stadt wird frühestens Ende November mit dem Impfen begonnen.

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Alessandra Paone

Die Lage ist ernst: Am Basler Unispital ist ein weiterer schwerer Fall von Schweinegrippe aufgetreten, wie Radio Basilisk gestern mitteilte. Es handle sich um einen Mann, der sich nicht in Basel angesteckt habe und auch nicht dort wohne. Ende Juli hatte eine Frau nach der Geburt ihres Kindes wegen der Schweinegrippe Komplikationen bekommen (die bz berichtete). Insgesamt wurden am Basler Unispital bislang fünf Patienten wegen Schweinegrippe hospitalisiert.

Im Baselbiet jagt dagegen eine Meldung von Unterrichtssuspendierungen die andere. Waren bisher nur Schulen im unteren Kantonsteil betroffen, wurde gestern auch in Gelterkinden eine Schulklasse vom Unterricht befreit, wie Dieter Leutwyler, Sprecher des Kantonalen Krisenstabs (KKS), gestern auf Anfrage bestätigte. Auch in Laufen müssen die Schüler einer Primarklasse vorerst zu Hause bleiben.

Aufgrund der aktuellen Lage hat der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich gestern die öffentlichen Schulen im Kanton angewiesen, die Zahl der erkrankten Schüler und Lehrpersonen täglich zu melden. Bisher erfolgten die Krankheits-Meldungen der Schulen auf freiwilliger Basis - in der Regel an den Kantonsarzt. Neu sind die Informationen an eine einheitliche E-Mail-Adresse weiterzuleiten. Diese wurde den Schulleitungen schriftlich mitgeteilt. Der KKS wird die erhaltenen Informationen aufbereiten. Ab heute ist im Internet eine tägliche aktualisierte Übersicht aufgeschaltet.

Basel-Stadt später dran

Eine gute Nachricht gibt es indes: Die erste Tranche des Impfstoffs Pandemrix, der für die Behandlung von Erwachsenen zugelassen ist, traf gestern wie angekündigt im Baselbiet und in Basel-Stadt ein.

«Wir liegen jetzt auf Kurs», zeigt sich der Baselbieter Kantonsarzt Dominik Schorr zuversichtlich. Für den offiziellen Impfstart, der im Landkanton am 19. November erfolgen soll, sei man bereit. Gestern hat die Verteilung des Stoffs an die Spitäler begonnen. Und am kommenden Montag sollen die Arztpraxen beliefert werden. Der zweite Impfstoff Focetria wurde bereits an die Kinder- und Frauenärzte geschickt.

Nicht ganz so positiv ist die Situation in Basel-Stadt. Für Erwachsene mit chronischen Krankheiten wird der Impfstoff voraussichtlich frühestens Ende November zur Verfügung stehen - noch später kann sich der Rest der Bevölkerung impfen lassen. Die genauen Daten kennt die Basler Kantonsärztin Anne Witschi aber nicht. «Wir hoffen, dass wir früher als geplant mit der Impfung beginnen können - es kann aber auch später werden.» Die erste Tranche des Impfstoffs müsste gerade für das Gesundheitspersonal, die chronisch kranken Kinder, die schwangeren Frauen und Wöchnerinnen sowie für Personen, die beruflich mit Kindern unter sechs Monaten zu tun haben, genügen.

Erschwerend wirkt zudem der logistische Faktor. Damit kleinere Spitäler und Arztpraxen adäquat beliefert werden können, müssen die grossen Packungen à 500 Dosen zuerst umgepackt werden. Begünstigt ist in diesem Fall das Universitätsspital, das dank seines grossen Personalanteils die grossen Packungen annehmen kann.

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