Schweinegrippe: Das tun Unternehmen in der Region

Das Bundesamt für Gesundheit erwartet eine starke Schweinegrippe-Welle im Herbst oder im Winter. Bis zu 1,5 Millionen Menschen könnten laut Schätzungen davon direkt betroffen sein. Nun bereiten sich viele Unternehmen auf den Ausnahmezustand vor. a-z.ch/news hat sich bei Unternehmen in der Region umgehört.

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Neuer Fall von Schweinegrippe

Neuer Fall von Schweinegrippe

Keystone

Die Franke AG in Aarburg hat für den Fall einer starken Schweinegrippe-Welle einen Pandemieplan zur Hand. Schutzausrüstungen für die Arbeitnehmer, sowie Desinfektionsmittel werden bei Ausbruch der Grippewelle bereitgestellt. Zudem will man die Angestellten wenn möglich impfen lassen. Ein Reisestopp für Auslandreisen würde verhängt werden. Die Franke AG nimmt die mögliche Gefahr einer Grippewelle ernst, wie sie gegenüber a-z.ch/news versichert.

Schweinegrippe-Welle trifft die Schweiz

Was kommt auf uns zu?
Im Herbst/Winter erwarten wir eine starke Welle von PatientInnen mit Grippe A H1N1

Gibt es Impfungen? Wie soll die Impfkampagne funktionieren?
Verschiedene Firmen sind daran, ein Impfstoff zu produzieren. Die Schweiz hat 13 Millionen Dosen für die Bevölkerung gekauft. Der Kanton Aargau hat ein Impfkonzept für die Impfung der ganzen Bevölkerung. Das BAG und die Eidgenössische Kommission für Impffragen sind daran, eine Impfstrategie zu entwickeln.

Ist man gegen die Schweinegrippe immun, wenn man sie einmal gehabt hat?
Die Influenzaviren haben eine Tendenz, sich zu verändern. Wenn man die Grippe mit diesen Viren durchgemacht hat und dieser verändert sich nicht, dann ist man nachher immun.

Wie gross ist die Gefahr für Kinder, ältere Menschen und Schwangere?
Diese gehören zu den Risikogruppen.

Wie wird die Schweinegrippe behandelt?
Bei normalem Verlauf ist die Behandlung wie bei einer normalen Grippe.

Wie wird Tamiflu eingesetzt und was nützt es?
Nur bei schweren Fällen oder bei PatientInnen mit erhöhtem Komplikationsrisiko. Tamiflu verkürzt den Krankheitsverlauf.

(Antworten: Departement Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau)

Die ABB in Baden hat seit diesem Winter einen Pandemieplan. Darin ist festgehalten, was pro Phase gemacht werden muss. Der Pandemieplan wurde in enger Zusammenarbeit mit dem ABB-Konzern erstellt, wie die ABB auf Anfrage von a-z.ch/news mitteilt. Zudem informiert das Unternehmen die Angestellten mit Merkblättern über die Vorsichtsmassnahmen. Für Auslandsreisen werden die Reiseapotheken der ABB-Mitarbeiter mit Mundschutzmasken sowie Hand- und Flächendesinfektionsmitteln ergänzt, Serviceaufträge in stark betroffenen Gebieten werden verschoben.

Auch bei aar bus+bahn ist die Schweinegrippe ein Thema. Schutzmasken und Desinfektionsmittel für die Angestellten sind bereits beschafft worden. Zudem trifft man weitere Vorkehrungen. Falls aufgrund der Grippe viel Personal ausfallen würde, fahren die Betriebe an den Werktagen den Sonntagsfahrplan. Heimarbeit wird als weitere Massnahme in Betracht gezogen und Merkblätter zum Melden der Krankheitsfälle werden erarbeitet. Nicht ausgeschlossen sei auch die Abtrennung der Busfahrer von den Fahrgästen mit Bauplastik- oder Plexiglasabdeckungen. Offene Verkaufsstellen würden wahrscheinlich zum Teil geschlossen werden, Tickets würden noch am Automaten erhältlich sein.

Für den Basler Pharmagiganten Novartis stellt die anstehende Grippewelle eine doppelte Herausforderung dar. Einerseits müssen die eigenen Angestellten vor der Krankheit bewahrt werden, andererseits das Unternehmen die weltweite Auslieferung von Medikamenten sicherstellen. Darum wurde auf Unternehmungsebene ein Managementteam gebildet, das sich um die Vorbereitungen einer Pandemie kümmert. Im Zentrum steht im Vorfeld die Information der Angestellten, vor allem im Bezug auf die Hygienemassnahmen. Novartis ist bereit, weitere Massnahmen umzusetzen.

Die Firma Scintilla in Solothurn stellt vor allem die Hygienemassnahmen in den Vordergrund. Grosse Pläne für den Ernstfall hat man dort aber noch nicht bereit. Bereits jetzt sind Geschäftsreisen in die von der Schweinegrippe betroffenen Gebiete aber gestoppt worden.

Bei von Roll in Oensingen beobachtet man die Situation zwar, hat aber keine konkreten Massnahmen beschlossen. Man behält sich vor zu handeln, wenn man mehr über die Gefahrenlage weiss. (aen)

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