Kantonalen Schule für Berufsbildung Baden
Schulunterricht auch für Mädchen

«Wir sind am 18. Mai in Badens Strassen unterwegs, verteilen Flyer und verkaufen Gschänksäckli, Kuchen und Getränke», sagen Manosch und Mehmet von der Kantonalen Schule für Berufsbildung in Baden. Mit dem so erwirtschafteten Geld werden Schulbücher und Esswaren für das Mäd- cheninternat in Athal bei Islamabad in Pakistan – ein Sozialprojekt von «LivingEducation» – gekauft.

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Carolin Frei

«Anfang Jahr erzählte uns einer der Lehrer hier an der ksb, Yahya Bajwa, dass er eine Idee hätte, was wir in der Spezialwoche 2 im Mai als Projekt umsetzen könnten», sagen Manosch und Mehmet. «Was er uns allen dann über das Sozialprojekt von «LivingEducation» und über die Zustände in Pakistan, unter denen vor allem Mädchen und Frauen leiden, erzählte, hat uns tief berührt. Für alle Schüler der Klassen B25 und B35 war sofort klar, dass wir dieses Sozialprojekt unterstützen wollen und wir gemeinsam Geld für ein Mädcheninternat und für das Menschenrechtsbüro für Frauen sammeln werden.»

Wer steht hinter «livingeducation»?

«LivingEducation» wurde vom KSB-Lehrer und Badener Einwohnerrat Yahya Hassan Bajwa und Gleichgesinnten ins Leben gerufen. Mit diesem Sozial- und Friedensprojekt sollen all jene in Pakistan unterstützt werden, die hierarchisch zuunterst stehen - nämlich Frauen und religiöse Minderheiten - etwa Christen. «Die Internatsschule gibt islamischen und christlichen Mädchen die Möglichkeit auf Schulbildung, die sie sonst, weil ihre Eltern zu arm sind oder der Schulweg zu weit ist, nicht hätten. Gerade haben 65 Mädchen den Abschluss gemacht», sagt Yahya Bajwa. Und er freut sich, dass er unter anderem einem 12-jährigen Mädchen, dessen Mutter unter «ungeklärten Umständen» verbrannt ist, eine Perspektive bieten kann. «Sie möchte Ärztin werden.» Dank «LivingEducation» hat sie gute Chancen, ihren Traum wahr werden zu lassen. www.LivingEducation.org

Die 16 Schüler von B25 und B35 haben verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, die sich den diversen Ämtlis angenommen haben. Es galt erst mal, sich zu überlegen, wie man zu Geld kommen könnte. Zudem wurden bei Yahya Bajwa Informationen für den Flyer organisiert, einige Mädchen haben sich zum Kuchenbacken gemeldet und Mehmet hat sich anerboten, Sponsoren für bedruckte T-Shirts zu suchen. Er zeichnet auch fürs Budget rund ums Sozialprojekt verantwortlich.
Am 18. Mai werden die Schüler in Badens Strassen mit kleinen Kiosken unterwegs sein, bei denen man sich stärken und Geschenksäckli kaufen kann. Die Säckli, die von pakistanischen Frauen bestickt wurden, werden für 5 Franken verkauft. «Sie enthalten Salzkristalle, die symbolisch «für das Salz im Leben» stehen.»
Warum macht die Schule bei diesem Projekt mit? Hortensia Florin, Stammklassenlehrerin an der ksb Baden: «Mit der Spezialwoche wird einerseits das Ziel angestrebt, den Jugendlichen ein Projekt in Eigenregie zu überlassen, das ihnen neue Erfahrungen bescheren soll. Andererseits denken wir, dass Schüler, die an der ksb eine Chance bekommen, dieses Privileg auch anderen ermöglichen sollen.»