«Schulsozialarbeit hilft allen Beteiligten»

«Schulsozialarbeit hilft allen Beteiligten»

«Schulsozialarbeit hilft allen Beteiligten»

Die zehn grössten Aargauer Gemeinden verfügen heute alle über Schulsozialarbeit – mit Ausnahme von Wohlen. Das soll sich aufs nächste Schuljahr ändern. Voraussetzung für die Einführung: ein Ja des Wohler Stimmvolks bei der Urnenabstimmung vom 7. März.

Fabian Hägler

Der Befund des Gemeinderats ist klar: «Die Schulsozialarbeit bildet einen notwendigen Eckpfeiler des schulischen Standards, dem Wohlen im Vergleich mit ähnlich grossen Gemeinden wie Baden oder Aarau hinterherhinkt.» Diesen Rückstand will Wohlen nun aufholen. Bereits im Schuljahr 2010/11 soll in den drei Schulzentren Bünzmatt, Halde und Junkholz jeweils ein Schulsozialarbeiter tätig sein.

Über die geplante Einführung der Schulsozialarbeit stimmen die Wohlerinnen und Wohler am 7. März ab. Diese Woche erhalten sie eine Abstimmungszeitung, in der der Gemeinderat für die Schulsozialarbeit wirbt. «Es gilt zu berücksichtigen, dass die Arbeit an unseren Schulen in den letzten Jahren anforderungsreicher und konfliktgeladener geworden ist», wird darin die Ausgangslage beschrieben.

Schule braucht Werkzeuge

Gewalt, Vandalismus, Mobbing und Littering an den Schulen forderten zunehmend mehr Aufmerksamkeit seitens Lehrerschaft und Schulbehörden.

Dazu kämen auch «für die Öffentlichkeit weniger augenfällige Probleme wie Über- oder
Unterforderung von Jugendlichen, Sucht, schwierige Familiensituationen oder der Umgang mit der Medienvielfalt», hält der Gemeinderat fest. Und er folgert daraus: «Die Schule benötigt heute geeignete Werkzeuge, um solchen Herausforderungen zu begegnen.» Gemeinderat und Schulpflege Wohlen teilen die Meinung der Experten, dass die Schulsozialarbeit einen wichtigen Bestandteil des modernen Schulwesens darstellt.

Fachpersonen sind nötig

«Die vielschichtigen Aufgaben können heutzutage nicht mehr ausschliesslich durch Lehrpersonen und Schulleitungen erfüllt werden», heisst es in der Abstimmungszeitung. Vielmehr sei eine Zusammenarbeit mit kompetenten Fachpersonen unausweichlich. «Mit einem Ja am 7. März können in Zukunft die Schülerinnen und Schüler der Schule Wohlen, deren Eltern sowie Lehrpersonen und Schulleitungen in ihrem Handeln professionell und kompetent begleitet und beraten werden», blickt der Gemeinderat voraus. Davon würden nicht nur die einzelnen Beteiligten, sondern die ganze Gemeinde profitieren.

Fragen und Antworten

Beinahe eine ganze Seite in der Abstimmungszeitung nehmen Fragen und Antworten zur Schulsozialarbeit ein. «Im Kern setzt sich die Schulsozialarbeit zum Ziel, Kinder im Prozess des Erwachsenwerdens zu begleiten und ihnen Möglichkeiten zur Konfliktlösung anzubieten», liefert der Gemeinderat eine Definition. Zudem werden auch Vorurteile angegangen: «Es wäre ein Irrtum anzunehmen, dass nur verhaltensauffällige Schüler von Schulsozialarbeit erfasst werden», wird beispielsweise festgehalten. Gerade Jugendliche, die Opfer von Gewalt, Drohungen oder Mobbing seien, würden von Schulsozialarbeit profitieren.

Der Gemeinderat verspricht sich von der Schulsozialarbeit, dass sich Kinder, Jugendliche und Lehrerschaft auf die Lerninhalte anstatt auf Problembewältigung konzentrieren können.

Er ergänzt, andere Gemeinden im Kanton hätten mit der Einführung dieses Instruments durchwegs gute Erfahrungen gemacht. «Für die Schule Wohlen ist die Schulsozialarbeit ein grosser Gewinn», gibt sich der Gemeinderat überzeugt.

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