Schulhaus-Opfer: Vier junge Schläger sitzen in Haft

Es kommt Licht in den Fall des Mannes, der schwerst verletzt im Hof des Schulhauses Kollegium aufgefunden worden war: Im Vorfeld war es zu einer Schlägerei mit mehreren Beteiligten gekommen, mittlerweile wurden vier junge Männer verhaftet.

Regula Bättig

Erfreuliches konnte die Kantonspolizei Solothurn gestern vermelden: Nachdem am frühen Samstagmorgen ein etwa 30-jähriger Mann mit schwersten Kopfverletzungen im Hof des Schulhauses Kollegium aufgefunden worden war, konnten erste Ermittlungserfolge verzeichnet werden: «Die Polizei konnte mittlerweile mehrere Personen festnehmen, die verdächtigt werden, an der Tat beteiligt gewesen zu sein», heisst es in der Mitteilung. Hinweise von Zeugen hätten schliesslich auf die Spur der Täterschaft geführt, wie Frank Wilhelm, Sprecher der Kantonspolizei Solothurn, sagt. Bei den Festgenommenen handle es sich dabei um vier junge Männer. Diese sind im Alter zwischen 20 und 25 Jahren und stammen aus dem Kosovo, Serbien, Bosnien-Herzegowina sowie der Schweiz. Zur Nationalität des Opfers könne er keine Auskunft geben, so Wilhelm, da dies «nicht relevant» sei.

Tathergang ist noch unklar

Was der Auslöser für die tätliche Auseinandersetzung im Innenhof des Schulhauses Kollegium gewesen sei, könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, so Wilhelm. Auch liege nach seinem Wissen bisher kein Schuldeingeständnis seitens der Verhafteten vor. «Die Befragungen laufen derzeit und werden auch in den nächsten Tagen weitergeführt.» Es sei jedoch zu erwarten, dass gewisse Widersprüche zwischen den verschiedenen Aussagen der Beteiligten auftauchten. «Mit der Festnahme will man auch vermeiden, dass die Männer sich untereinander absprechen.»

Ob bei der Tat vom frühen Samstagmorgen auch Alkohol oder andere Drogen mit im Spiel gewesen sind, sei schwierig nachzuweisen, sagt Wilhelm. «Denn die jungen Männer wurden ja nicht unmittelbar nach der Tat festgenommen.» Wichtig sei jedoch, dass diese nun festgenommen und damit «weg von der Gasse» seien.

Zustand des Opfers stabil

Erfreulich ist sicher auch, dass sich der Zustand des Opfers mittlerweile stabilisiert hat, wie es in der Mitteilung der Polizei unter Berufung auf die behandelnden Ärzte heisst. «Dem Mann geht es leicht besser», versucht Frank Wilhelm diese wenig konkrete Aussage zu präzisieren. Doch befinde sich dieser nach wie vor auf der Intensivstation des Inselspitals in Bern. Ob das Risiko besteht, dass das Opfer beim Vorfall bleibende Schäden hinterlässt, könne er nicht sagen: «Das ist Sache der Ärzte.» Da die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung wegen schwerer Körperverletzung und Raufhandel eröffnet hat, kann allerdings davon ausgegangen werden, dass die Kopfverletzungen von gravierender Art sind.

Gezielt auf Kopf eingeschlagen

Der Vorfall erinnert an den fünf Jahre zurückliegenden «Fall Märet-Fescht». Damals war ein 17-jähriger Schüler am Rande des Märet-Feschts von mehreren Personen angegriffen worden und hatte ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Gewisse Parallelen seien da, sagt Wilhelm. «Das liegt einerseits an der Schwere der Verletzungen, andererseits haben die Angreifer auch in diesem Fall mit ihren Schlägen in erster Linie auf den Kopf des Opfers abgezielt.»

So heftig und skrupellos zugeschlagen wie an der Goldgasse wird glücklicherweise nur selten, doch ist die dortige Schlägerei kein Einzelfall: So war es in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag gegen 2.45 Uhr vor dem Solheure zu einer grösseren Rauferei gekommen, bei der laut Wilhelm Frank mehrere Personen auf eine eingeprügelt hatten. «Kostümierte waren nicht beteiligt» – wie so oft, wenn die Situation kippt. «Die vor Ort anwesenden Sicherheitsleute sowie die herbeigerufene Polizei haben prompt reagiert», sagt Dominique Pochelon von «VIP-Security», der selber vor Ort war. Dennoch musste eine Person mit einer Hirnerschütterung ins Spital eingeliefert werden. In der gleichen Nacht kam es dann auch noch vor dem «Löwen» zu einem Scharmützel, bei dem die Polizei zu Hilfe gerufen wurde.

Bei derartigen Vorfällen sei fast immer eine Menge Alkohol im Spiel, sagt Wilhelm. Zudem scheine die Hemmschwelle an der Fasnacht noch tiefer zu liegen als sonst. Entsprechend sei die Kantonspolizei während dieser Tage auch mit «Heerscharen» von Leuten unterwegs.

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