Schulhausputz im Aareschulhaus
Schüler bringen ihr Schulhaus auf Vordermann

Nicht nur Private richten derzeit Hof und Haus wieder her – auch in den Schulhäusern in Aarau wird zu Bodenputzmaschine, Staubwedel und Absauger gegriffen. Und in Aarau hat es Tradition, dass Schüler mitanpacken.

Drucken
Teilen
«Spinnweben putzen ist eklig»

«Spinnweben putzen ist eklig»

Deborah Balmer

Die Kantischülerinnen Judith Steininger (17) und ihre Schulkollegin Samira Meier (17) stehen vor einer grossen Fensterscheibe, sie tauchen den Fensterwischer in den Putzeimer und wischen mit dem Absauger nach. Die beiden jungen Frauen putzen nicht ungern: «Es ist mal etwas anderes – in der Schule sitzen wir den ganzen Tag –, hier bewegen wir uns», sagt Samira Meier. Eine Woche lang arbeiten die beiden im Aareschulhaus in Aarau mit Absauger, Staubwedel und Bodenputzmittel – sie putzen Fenster, WC-Schüsseln und wischen Staub aus den Schulhausschränken und hinter den Radiatoren hervor. Mit Bodenputzmaschine reinigen sie die Schulhausböden.

Am liebsten: Fenster reinigen

In den Frühlingsferien findet in den Schulhäusern in Aarau jeweils die grosse «Putzete» statt. «Nach dem Winter, wenn die Sonne wieder scheint, hat man wieder das Bedürfnis nach Sauberkeit», bemerkt Andi Jurt. Er ist Hauswart im Aareschulhaus. Seit 15 Jahren helfen ihm Schülerinnen und Schüler beim Schulhausputz. Hauswart Jurt war 20 Jahre lang Kaminfeger in Aarau – er sagt von sich selber: «Ich bin penibel.» Mit den sechs Schülern, die ihm helfen, ist Jurt aber sehr zufrieden: «Die können etwas.» Er achte aber auch darauf, dass er sie machen lässt, und nicht mit der Uhr hinter den Putzenden steht.

Samira Meier: «Es ist ein gutes Arbeitsklima hier.» Beide jungen Frauen putzen auch mal daheim mit: saugen, putzen das Bad und helfen im Garten. Samira hat sogar den Absauger heimgenommen und mit ihrer Mutter die Fenster im Wintergarten gereinigt.

Auch der Aarauer Bezirksschüler Leonardo Parreira (15) ist für Hauswart Jurt im Einsatz: Mit gutem Grund: «Putzen ist doch besser, als in den Ferien zu Hause einfach nichts tun.» Er hat ausgerechnet, dass er in drei Ta-gen etwa 280 Franken verdienen wird. «Das Geld spare ich für meine Ferien.»

Und auch Samira und Judith putzen hier, weil sie etwas verdienen wollen. Das Geld legen sie auf die Seite für die Ferien und die Autoprüfung. Am liebsten putzen sie Fenster – eklig finden sie es, wenn sie Spinnweben aus den Schächten wischen müssen. «Das gehört halt auch dazu», sagen
sie schnell. Später wollen die beiden Schülerinnen der Kanti Solothurn vielleicht Medizin studieren.

Nach den Frühlingsferien werden die 18 Schulzimmer wieder in neuem Glanz erstrahlen, auch die Werkstatt, die Aula und die Turnhalle werden blitzen und blanken. Die rund 100 Schülerinnen und Schüler, die hier ein- und ausgehen, dürften sich freuen.

«Der eine oder andere erinnert sich dann vielleicht daran, dass Dreck, der gemacht wird, auch wieder geputzt werden muss», so Jurt lachend.

Aktuelle Nachrichten