Roger Wetli

Die Sonne zeigte sich gestern just in dem Augenblick, als die Einweihung der Solaranlage in Boswil begann. «Ich habe dafür extra mit Petrus gesprochen», versicherte Valentin Stöckli, Präsident der Elektrizitäts-Genossenschaft Boswil-Bünzen. Diese feiert heuer ihren 100. Geburtstag und hat die Solaranlage der Schule Boswil geschenkt. «Zu diesem Jubiläum wollten wir ein Projekt realisieren, das über die Feier hinaus Bestand hat und nachhaltig ist», erklärte Stöckli der Schülerschar.

«Wir haben zuerst mit dem Gedanken einer Warmwasseraufbereitungsanlage gespielt. Deren grössten Nutzen wird aber während der Sommerferien erreicht, weshalb wir uns für die im Vergleich weniger effiziente Solaranlage entschieden haben», so Stöckli. Die Solartechnik sei bereits 1835 entwickelt worden und deshalb an sich alles andere als neu.

Energie für Einfamilienhaus

Anschliessend gab Christoph Oswald, Vizepräsident der Elektrizitäts-Genossenschaft, die technischen Details der Anlage bekannt. Die Schüler wurden aufgefordert, gut aufzupassen. Denn am Nachmittag gab es einen Wettbewerb, bei dem es attraktive Preise zu gewinnen gab. Die Solaranlage auf dem Dach des Schulhauses Boswil besteht aus 36 Modulen und ist 48 Quadratmeter gross. Sie wird im Jahr etwa durchschnittlich die Energie liefern, die ein Einfamilienhaus verbraucht.

Der Strom wird ins Netz gespeist und nicht direkt vom Schulhaus verbraucht. Die Schule erhält dafür von der Elektrizitäts-Genossenschaft 50 Rappen pro kW/h. «Dieses Geld werden wir in Schulprojekte investieren, die das Thema Nachhaltigkeit thematisieren», versicherte Raphael Küchler, Lehrer und Vertreter der Arbeitsgruppe Solar. Die Schule Boswil könne so längerfristig zur umweltfreundlichen Schule werden. «Das Ganze ist für uns eine einmalige Sache», versicherte Küchler. «Einerseits erhalten wir gratis eine Solaranlage, andererseits verdienen wir damit Geld.»

Anzeige informiert die Schüler

Das Sonnenkraftwerk wird für die Schülerinnen und Schüler auch im Alltag erlebbar sein. Dafür soll nächste Woche in einem Schulhaus eine grosse Anzeige installiert werden. Diese wird sowohl über die bisherige Gesamtproduktion informieren, wie auch darüber viel Strom gerade produziert wird. «Die Solaranlage soll im Unterricht ein Thema werden und zu Diskussionen über unseren täglichen Stromverbrauch anregen», umriss Christoph Oswald seine Vision. Anschliessend schloss er zusammen mit zwei Schülern symbolisch die Anlage ans Stromnetz an, und brachte damit einen Staubsauger und einen Radio zum laufen. Raphael Küchli bemerkte in seiner Rede: «Die Sonne scheint uns ab heute nicht nur in unsere Herzen.»