Schrittweise zum S-Bahn-Ausbau

Durchmesserlinie: Die im Bau befindliche neue Verbindung zwischen Zürich Oerlikon und Zürich Altstetten ist Voraussetzung für den geplanten S-Bahn-Ausbau. (Moritz Hager/EQ Images)

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Durchmesserlinie: Die im Bau befindliche neue Verbindung zwischen Zürich Oerlikon und Zürich Altstetten ist Voraussetzung für den geplanten S-Bahn-Ausbau. (Moritz Hager/EQ Images)

Mit ihrem Ja zum Konzept für den Ausbau der Zürcher S-Bahn haben die SBB auch ihren Beitrag von 43,5 Millionen Franken abgesegnet. Doch finanziell gesichert ist das Grossprojekt noch nicht.

Matthias Scharrer

Die vierte Teilergänzung ist der bisher grösste Ausbau der Zürcher S-Bahn. Sie bringt auf praktisch allen Linien Neuerungen. Zu den wichtigsten gehört der Viertelstundentakt auf der Strecke Zürich-Winterthur. Auch die Durchfahrten durch die Stadt Zürich werden dank der Durchmesserlinie und dem unterirdischen Bahnhof Löwenstrasse schneller. Neue S-Bahn-Linien wie die S19 (Dietikon-Effretikon) und die S20 (Stäfa-Zürich-Hardbrücke) sollen die in den Stosszeiten notorisch überlasteten Verbindungen verbessern (siehe separater Text). Doch bis das nötige Geld gesprochen ist, sind noch einige Hürden zu nehmen.

Kanton Zürich trägt Hauptlast

450 Millionen Franken kostet der S-Bahn-Ausbau insgesamt. Wie die SBB gestern mitteilten, hat der SBB-Verwaltungsrat das Konzept für den Ausbau jetzt genehmigt. Damit ist auch der SBB-Beitrag in Höhe von 43,5 Millionen Franken abgesegnet, wie SBB-Sprecher Daniele Pallecchi auf Anfrage erklärte. Allerdings handelt es sich dabei nur um einen kleinen Teil der Gesamtkosten.

Der Hauptanteil gehe mit 380 Millionen Franken zulasten des Kantons Zürich, wie Beatrice Henes, Sprecherin des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV), erklärt. Davon übernehme der Bund voraussichtlich 35 Prozent. Für den Rest sollen Zürichs Nachbarkantone aufkommen. Sowohl beim Bund als auch in den Kantonen sind dazu noch Parlamentsentscheide nötig.

Ein entsprechender Antrag an den Zürcher Kantonsrat ist gemäss Gregor Lüthy, Sprecher der Zürcher Volkswirtschaftsdirektion, in Vorbereitung. Wann er vors Parlament kommt, ist noch offen. «Voraussichtlich im ersten Quartal 2010 wird der Regierungsrat dem Kantonsrat die gesamte Vorlage beantragen», so ZVV-Sprecherin Henes.

Dass der Bund lediglich 35 Prozent des Zürcher Anteils von 380 Millionen Franken übernehmen will, wie er Anfang November bekannt gab, sorgte beim ZVV für Unverständnis, hatte doch der Bundesanteil beim letzten Zürcher S-Bahn-Ausbau noch 60 Prozent betragen. Auch die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich machte ihrem Unmut darüber Luft. Doch daran zu rütteln ist offenbar nicht mehr. Nachverhandlungen gibt es gemäss Lüthy jedenfalls keine.

Drei Etappen

Ungeachtet der Querelen ums Geld soll die vierte Teilergänzung der Zürcher S-Bahn ab 2013 in drei Etappen umgesetzt werden. Die erste Etappe wird laut SBB-Mitteilung im Dezember 2013 in Betrieb genommen, die zweite im Dezember 2015 und die dritte zirka 2018.

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