Sidonia Küpfer

Eine neue Beschattungsanlage, modernere Liftanlagen, neue WCs und neue Sitzungszimmer im dritten Stock - das sind die Eckpfeiler der zweiten Renovierungsetappe im Schlieremer Stadthaus. Seit vergangenem Jahr und voraussichtlich bis Ende 2011 wird das 30-jährige Stadthaus renoviert: «Danach sollte das Gebäude wieder für die nächsten 15 bis 20 Jahre in Ordnung sein, abgesehen von den jährlich anfallenden Unterhaltsarbeiten», erklärt Albert Schweizer, der bei der Stadt den Bereich Liegenschaften leitet.

Dienst an den Mitarbeitern

Schweizer stellt die Renovation in eine Reihe von baulichen Erneuerungen in Schlieren: Das Stadthaus habe sich hinter den Schulen, dem Werkhof, dem «Sandbühl» oder den Kindergärten anstellen müssen. Nun sei es Zeit, dass auch das Stadthaus auf Vordermann gebracht werde: «Die Menschen, die hier arbeiten, haben das zu gut», so Schweizer.

In einer ersten Etappe wurden die Räume der Polizei im Erdgeschoss renoviert. Dies sei wegen des Zusammenschlusses der Polizeien Schlieren und Urdorf nötig gewesen, erklärt Toni Brühlmann, der als Stadtrat dem Ressort Finanzen und Liegenschaften vorsteht.
Die Neuerungen der zweiten Etappe, für die der Stadtrat im September eine gebundene Ausgabe von rund 3,9 Millionen Franken gesprochen hat, werden vor allem die Verwaltungsangestellten spüren. Sie dürften sich besonders über die neue Beschattungsanlage freuen: «Das war ein lang gehegter Wunsch unserer Angestellten», so Toni Brühlmann. Denn das Stadthaus hatte bislang für das oberste Viertel der Fenster keine Sonnenstoren. Im Sommer sei es in den Büros jeweils sehr heiss geworden: «Der Rekordsommer 2003 war eine Katastrophe für die Personen, die hier arbeiteten», erinnert sich Albert Schweizer. Ebenfalls in der zweiten Etappe werden die WC-Anlagen erneuert. So verlange das Baurecht eine Trennung zwischen Kunden- und Personaltoiletten. Auch die beiden Lifte müssen modernisiert werden, sonst könnte ein Entzug der Bewilligung drohen, erklärt Brühlmann. Hinzu kämen verschiedene Erneuerungen der EDV-Verkabelungen und eine neue Schliessanlage.

Die grössten Veränderungen sind im dritten Stock geplant: Der Stadtrat werde ein eigenes Sitzungszimmer bekommen, das auch zu Repräsentationszwecken genutzt werden könne. Die seit rund einem Jahr leerstehende Hauswartwohnung im dritten Stock genüge den feuerpolizeilichen Vorschriften nicht mehr und wird aufgehoben.

Am Standort wird festgehalten

In Schlieren wird in grossem Stil gebaut - im dritten Komplex des Sony-Gebäudes hätte die Stadt beispielsweise ein Vormietrecht. Stand ein Umzug in ein neues, nicht renovationsbedürftiges Gebäude nicht zur Diskussion? «Es gibt zu wenig gute Argumente für einen Auszug», erklärt Toni Brühlmann. Der Stadtrat habe 2005 entschieden, dass am Standort an der Freiestrasse festgehalten werden solle. Die Substanz des Stadthauses sei gut, zudem sei der Bau flexibel angelegt: ein weiterer Ausbau (nach 1992) wäre möglich und auch die Raumaufteilung im Innern sei variabel. Zudem seien die Infrastrukturkosten vergleichsweise tief, wie Schweizer ergänzte.

Planung für Stadtbüro im Gang

Für die Bevölkerung ist von diesen Veränderungen wenig sichtbar. Dies soll sich mit der dritten Etappe ändern: Ab 2011 rückt das Erdgeschoss in den Fokus, im Vorschlag für das Budget 2010 ist ein Kredit von 1,2 Millionen Franken für das Stadthaus vorgesehen. Zurzeit laufen die Planungen für ein mögliches Stadtbüro. Da diese noch nicht abgeschlossen sind, habe dieser Teil der Renovation auch nicht vorgezogen werden können, erklärt Brühlmann.

Noch ist nicht klar, wie der Eingangsbereich verändert werden soll. Aber der Stadtrat hielt schon vor eineinhalb Jahren, als er den ersten Kredit sprach, fest: «Die Eingangszone ist zu verbessern und kundenfreundlicher zu gestalten.» Zudem sei die Eingangszone auch rollstuhlgängig zu machen.