Schon 700 Tonnen Streusalz verbraucht

Schon 700 Tonnen Streusalz verbraucht

Schon 700 Tonnen Streusalz verbraucht

Salz macht die Freiämter Strassen sicherer – aber es beschädigt auch Autolack und ruiniert Lederschuhe. Alternativen werden zwar diskutiert, jedoch noch nicht eingesetzt.

Nicole Emmenegger, Dino Nodari

Wer jetzt mit schicken Lederstiefeln durch den Schneematsch stöckelt, muss mit Verlusten rechnen: Das Streusalz hinterlässt hässliche weisse Streifen auf dem Leder und kann die Schuhe ruinieren. Auch Hundehalter beklagen sich, weil das Salz die Pfoten ihrer Tiere angreift und Entzündungen bewirkt. Zudem sind die ökologischen Risiken von Streusalz bekannt: Pflanzen, die am Strassenrand wachsen, können beispielsweise verdorren, weil ihnen das Salz Wasser entzieht.

Kein Winterdienst ohne Salz

Trotzdem funktioniert bei uns der Winterdienst nicht ohne Salz. 700 Tonnen haben die kantonalen Werkhöfe in Muri und Wohlen bisher in diesem Winter auf den Kantonsstrassen im ganzen Freiamt verteilt – dies in über 200 Einsätzen. Auch gibt es einige Hausbesitzer, die an kalten Tagen tief in den Salzsack greifen, um die Zugänge zu ihren Häusern von Eis und Schnee freizuhalten.

Kein akutes Problem

Doch diese vereinzelten Szenen und die auf den ersten Blick grossen Zahlen täuschen: Sowohl Private als auch die Gemeinden und der Kanton streuen im Winter tendenziell weniger Salz als früher. «Wir stellen fest, dass ein Umdenken stattgefunden hat», sagt Daniel Schaub, Sektionsleiter Boden und Wasser beim Kanton. Insbesondere bei wenig befahrenen Quartierstrassen und bei Trottoirs gelte nicht mehr der Grundsatz, dass jede einzelne Schneeflocke beseitigt werden müsse. Streusalz sei deshalb aus Sicht des Boden-und Wasserschutzes im Kanton Aargau kein akutes Problem.

Was für Quartierstrassen gilt, trifft für die Kantonsstrassen aber nicht zu. «In den letzten paar Jahren haben wir im Freiamt immer etwa die gleiche Menge an Streusalz eingesetzt», erklärt Kreisingenieur Manuel Baldi, der für den kantonalen Strassenunterhalt im Freiamt zuständig ist. Momentan verwende man bei jedem Einsatz im Durchschnitt 15 Gramm Salz pro Quadratmeter Strasse. Die Menge sei aber auch abhängig von der Topografie und der Wetterlage. Klagen, dass zu viel gesalzen werde, kämen sehr wenig vor, sagt Baldi. «Viel öfter hören wir, wenn Leute das Gefühl haben, dass zu wenig gesalzen werde.» Im Moment gibt es in kantonalen Werkhöfen Muri und Wohlen noch genügend Salz. «Wenn der Winter aber so weitergeht, müssen wir wohl noch nachbestellen», meint Baldi.

Flüssigsalz und Zucker

Alternativen zum Streusalz gibt es zwar, aber sie haben sich kaum bewährt oder sind noch in der Testphase. «Es wurde eine Studie gemacht, die zeigte, dass Split von der Umweltverträglichkeit her keine Lösung ist», sagt Kreisingenieur Baldi. Wenn Fahrzeuge über Split fahren, entstehe schädlicher Feinstaub, der in die Luft gelange, so die Studie. Zudem müsse der Split später von Werkhofmitarbeitern eingesammelt und entsorgt werden. Eine weitere Möglichkeit wäre der Einsatz von Zucker, der derzeit im Kanton Bern getestet wird. «Bei uns ist das aber noch kein Thema», sagt Manuel Baldi. Ebenfalls möglich wäre der Einsatz von Flüssigsalz. Dieses hat den Vorteil, dass es am Boden kleben bleibt und nicht verweht werden kann. Für den Einsatz von Flüssigsalz gebe es im Aargau noch keine Infrastruktur, meint der Kreisingenieur.

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