Schöftland wird um ein Bijou reicher

Der pensionierte Schöftler Eisenwarenhändler Charles Lüscher setzt seine Vision in die Tat um und zeigt seine Rapid-Sammlung in einem Museum. Das älteste Gerät stammt aus dem Jahr 1926. Am 25. April öffnet das Museum seine Türen.

Peter Siegrist

Der heute 98-jährige Firmengründer Hans Lüscher hat die Scheune 1945 gekauft, umgebaut und Werkstätte und Laden darin untergebracht. Sein Sohn, im Berufsleben Mechaniker und Kaufmann, nutzt das Gebäude jetzt neu. Auf drei Etagen hat Lüscher in verschiedenen Räumen ein Museum eingerichtet.

Lüscher hat als langjähriger Händler mit Rapid-Motormähern eine Beziehung zu diesen Geräten entwickelt und während über dreissig Jahren eine Sammlung aufgebaut. «Oft mussten wir beim Verkauf eines neuen Gerätes ein altes eintauschen», erzählte Lüscher an der Presseorientierung von gestern Nachmittag. «Statt die alten Maschinen zu entsorgen, habe ich sie gesammelt.» Viele der Geräte hat Lüscher in unzähligen Stunden restauriert und betriebsfähig gemacht. Der Kaufmann wurde wieder zum Mechaniker.

Stimmungsvoller Hintergrund

Lüscher durfte in den letzten Jahren auf die tatkräftige Mithilfe seines Freundes Hans Kündig zählen. Die beiden haben die Ausstellung gestaltet. Die alten Geräte stehen nicht einfach in einer Halle. Vielmehr sind sie eingebettet in passende Umgebungen. Von der Firma Rapid erbte Lüscher aus deren ehemaligem Ausstellungsraum grosse Wandbilder. Der Maler Ernesto Weber hatte die vier Jahreszeiten dargestellt. So steht Der Rapid-Einachser mit der montierten Schneefräse in der Ausstellung auf künstlichem Schnee vor einer Winterlandschaft. Bei einem Rundgang mit seinen ersten Gästen, Mitgliedern der Firmenleitung der Rapid Technic AG, Politikern und Journalisten, konnte Lüscher aus dem Vollen schöpfen. «Jedes Gerät hat seine Geschichte», sagte der Sammler, so habe er die Schneeschleuder zum Beispiel auf dem Flugplatz Raron im Wallis geholt.

Unterstützung hat Lüscher auch von der Rapid erhalten, hat die Firma ihm doch mehrere alte Mäher als Dauerleihgabe überlassen. Peter Lustenberger, CEO der Rapid Technic AG, sagte denn auch: «Wir haben Lüschers Idealismus miterlebt und freuen uns sehr an diesem Museum, wir werden es auch mit unseren Leuten besuchen.»

Vieles ist zu finden

Besucher, die sich Zeit nehmen, entdecken auf dem Rundgang nebst der ganzen Rapid-Produkte-Kette seit 1926 verschiedene Hilfsgeräte und verschiedenes Zubehör. Im Erdgeschoss hat Lüscher eine antike Mechanikerwerkstatt eingerichtet mit Drehbank und Bohrmaschine, alles über Transmissionsriemen von einem Elektromotor angetrieben. «Das ist alles echt», sagte Lüscher, kippte einen Schalter um und die Maschinerie setzte sich in Bewegung.

Interessant sind die in einem Raum aufgestellten Schnittmodelle, lassen sie doch einen Blick ins Innere der Maschinen mit ihrer ausgeklügelten Technik zu. Lüscher wies darauf hin, dass die ersten Rapidmaschinen in Aarau, bei der Firma Oehler, hergestellt worden seien, bevor zwei Mitarbeiter eine eigene Firma gründeten.

Rapid Museum Charles Lüscher
Das Museum ist von April bis Oktober jeden letzten Sonntag im Monat geöffnet (10 bis 15 Uhr). Weitere Termine nach Vereinbarung für Gruppen. www.rapidmuseum.ch

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