Gericht

Schockiert über gröbste Verkehrsregelverletzungen

Das Kreisgericht IV Aarwangen-Wangen verurteilte gestern vier junge Männer wegen zahlreicher Delikte zu teils unbedingten Freiheitsstrafen. Die Liste der Anschuldigungen war lang und betraf verschiedene Teile des Strafrechts.

Olivier Andres

Von den vier jungen Männern, die sich bis gestern wegen zahlreicher Delikte vor dem Kreisgericht IV Aarwangen-Wangen zu verantworten hatten, hat sich der Schweizer Staatsangehörige laut Meinung des Gerichts «am meisten aufgeladen». Des mehrfachen banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, damit einhergehender Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch wurden alle vier Männer schuldig gesprochen. Beim Schweizer kamen unter anderem mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind, Pornografie sowie zahlreiche, teils grobe Wiederhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz hinzu. Der Mann, der sich bereits im vorzeitigen Strafvollzug befindet, wurde zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 32 Monaten sowie zu einer Busse von 1200 Franken verurteilt.

«Es braucht nicht mehr viel»

Zu bedingten Freiheitsstrafen zwischen 10 und 22 Monaten sowie in zwei Fällen zu Bussen von 300 respektive 800 Franken, wurden die drei übrigen Angeschuldigten verurteilt. Mit drei (in zwei Fällen), beziehungsweise fünf Jahren habe das Gericht die Bewährungsfrist bewusst nicht beim Minimum angesetzt, sagte Gerichtspräsident Fritz Aebi. «Es braucht jetzt nicht mehr viel und auch diese Strafe muss abgesessen werden.»

Bei seinem Urteil hielt sich das Gericht weitgehend an den Überweisungsbeschluss; die darin aufgelisteten Delikte wurden von den Angeklagten grösstenteils auch zugegeben. In ein paar Punkten kam es zwar zu Freisprüchen, doch wirkten sich diese angesichts der Anzahl der Delikte kaum auf das Strafmass aus.

Besonders schockiert zeigte sich Aebi über die Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, die zwei Angeschuldigte begangen hatten. Er betonte, dass es sich dabei um teils gröbste Verkehrsregelverletzungen handle. Es sei schlicht «kriminell» gewesen, wie einer der Männer 53 Stundenkilometer zu schnell über die Strasse gerast sei. Die Bilder, die zeigen, wie der gleiche Mann - wieder zu schnell unterwegs - einem anderen Auto «aufhockte», grausten ihn. «Man hielt sich an keine Regeln», so Aebi. Und: Es sei «höchste Eisenbahn», dass der Wagen nun an die Leasing-Firma zurück gehe.

«Es muss nun ein Ende haben»

«Das Auto ist noch immer ein Risikofaktor», sagte Aebi zu einem anderen Angeschuldigten und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass dieser sein Fahrzeug nun im Griff habe. Denn: «Es muss nun ein Ende haben», richtete der Gerichtspräsident seine Worte zum Schluss an alle vier Verurteilten. Andernfalls würde es wohl kaum mehr bei bedingten Strafen bleiben.

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