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Schluss machen per SMS war gestern - heute beendet man Beziehungen via Facebook

Alles ist öffentlich in der Generation Facebook. Exzessiv und bereitwillig wird aus dem Leben berichtet - Privatheit war gestern. Das kann mitunter ins Auge gehen: Zum Beispiel, wenn Liebeleien im Netzwerk beendet werden. So, dass Freunde vor den Betroffenen davon erfahren.

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Keystone

Claudia Landolt

Valérie A. (16) schäumt vor Wut: «Das ist echt das Hinterletzte!» Der Grund ihrer Entrüstung ist, wie könnte es anders sein, ein Mann, der ihr gerade die Liebe gekündigt hat. Schlimmer aber als das Ende der Beziehung ist die Art und Weise, wie ihr Ex-Freund mit ihr Schluss gemacht hat. Via Statusänderung auf Facebook.

So sag ich stilvoll «Tschüss»

Das ist die Top 6 des korrekten Schlussakts:

1. Ein persönliches Gespräch - das wirkt am ehrlichsten.
2. Am Telefon - dann hört man wenigstens noch einmal die geliebte Stimme.
3. Ein handgeschriebener Brief - weil Schreiben Zeit braucht und bestimmt keine Kurzschlussreaktion ist.
4. SMS - das muss man auch selber ins Handy tippen.
5. Email - da kann man irgendwelche Formulierungen aus dem Web einbauen.
6. Facebook - etwas für Feiglinge, die keinen Mumm haben für ein direktes Gespräch.

«Eine Freundin hat mich angerufen, und gefragt, weshalb ich meinen Beziehungsstatus auf meiner Facebook-Seite geändert hätte. Der Name meines Freundes sei einfach gelöscht worden», erzählt die KV-Lehrtochter. «Als ich das Profil meines Freundes anschauen wollte, wurde ich geblockt - er hat mich aus seiner Freundesliste gelöscht und seinen Status in Single umgeändert.» Keine Erklärung, kein Telefon, keinen Brief, nicht mal ein SMS. «Die ganze Welt hat es vor mir gewusst», empört sich Valérie.

«Schluss machen per Facebook geht gar nicht»

Unter Jugendlichen gibt es eine Art unausgesprochenen Ehrenkodex, wie man mit jemandem Schluss macht. Auf dieser Liste steht Facebook «ganz unten, gefolgt von SMS und Email», erklärt die Aargauerin. «Wer per Facebook Schluss macht, hat erstens keinen Mumm und ist zweitens total niveaulos».

Ein Schelm, wer dabei nur an verletzte Eitelkeit denkt. Verlassen werden tut weh - auch in Zeiten des Online-Exhibitionismus: Liebeskummer bleibt Liebeskummer.

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