Schloss Wildenstein

Schlossherr werden für 2,61 Millionen Franken

Wer immer schon Schlossherrin oder Schlossherr werden wollte, kann dies nun für 2,61 Millionen Franken tun. Im Sommer wird das Schloss Wildenstein in Veltheim versteigert.

Louis Probst

Wer hätte nicht schon davon geträumt, Schlossherrin oder Schlossherr zu werden? Eine Gelegenheit dazu dürfte sich in den nächsten Monaten ergeben. Wie vom Konkursamt Brugg gegenüber dieser Zeitung bestätigt worden ist, wird das in der Gemeinde Veltheim gelegene Schloss Wildenstein im Zeitraum «vor oder nach den Sommerferien» versteigert werden.

Stiftung wird aufgelöst

Die Versteigerung erfolgt im Zuge des Konkursverfahrens über die Eigentümerin des Schlosses, die Gautschi-Tron-Stiftung Schloss Wildenstein. Zur Zeit liegt der Kollokationsplan auf, in dem dargelegt wird, in welchen Rang und Umfang die Forderungen der Gläubiger zugelassen werden. «Eine allfällige Anfechtung des Kollokationsplanes würde nichts daran ändern, dass die Gautschi-Tron-Stiftung aufgelöst wird», erklärt Christoph Fuhrer vom Konkursamt Brugg.

Das Konkursverfahren über die Stiftung, die im Jahre 1976 durch den damaligen Besitzer des Schlosses - den Zürcher Bauunternehmer Max Gautschi-Tron - errichtet worden war, ist im April 2009 auf Begehren der Stiftungsaufsicht des Kantons eröffnet worden. Inzwischen hat das Konkursamt Brugg abgeklärt, welche Aktiven den Forderungen der Gläubiger gegenüberstehen. Dabei hat sich herausgestellt, dass das Schloss das einzige Aktivum der Stiftung ist.

Schatzung: 2,61 Mio. Franken

Der Buben- oder Mädchentraum vom Schloss hat allerdings seinen Preis. Der konkursamtliche Schatzungswert des Schlosses - das im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt worden ist - beläuft sich auf immerhin 2,61 Millionen Franken. Zu berücksichtigen ist dabei aber - oder vielmehr vor allem - der nicht unerhebliche Aufwand für den baulichen Unterhalt der eindrücklichen mittelalterlichen Schlossanlage.

«Diese 2,61 Millionen Franken sind eine gute Schatzung», erklärt Christoph Fuhrer. «Das Schloss ist relativ schlecht unterhalten. Daher wird bei der Versteigerung wohl kein Spitzenpreis erzielt werden können. Und vor allem wird auch die Denkmalpflege gegenüber dem neuen Besitzer künftig ein Wort mitzureden haben.»

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