Schloss Wildegg

Schloss Wildegg: Letzte Saison in eidgenössischer Hand startet

Das Schloss Wildegg (Archiv)

Das Schloss Wildegg (Archiv)

Auf Schloss Wildegg startet am 1. April die letzte Saison in eidgenössischer Hand mit einem neuen Café. Im neuen Café können Besucher von Schloss Wildegg aber auch Passanten verweilen. Bevor das Schloss im nächsten Jahr dem Aargau übergeben wird, werden die Fassaden saniert.

Irena Jurinak

Die Saison 2010 ist für die Schlossdomäne Wildegg ein besonderes Jahr - am Ende des Jahres geht das Schloss vom Schweizerischen Nationalmuseum in den Besitz von Museum Aargau über. Bereits laufen Vorbereitungen für die erste Aargauer Saison. Ab 3. Mai dieses Jahres ist das Schloss eingerüstet - die Eidgenossenschaft lässt vor der Übergabe die Aussenfassaden sanieren. Die verwitterte Fassade wird gereinigt und ein neuer Verputz aufgetragen.

Die Innenräume wurden in den letzten Jahren bereits komplett saniert und mit der Freilegung eines Freskos und der frisch renovierten Eingangshalle im letzten Frühjahr abgeschlossen. Die Ausstellung im Wohnmuseum ist unverändert geblieben, die Sonderausstellung «Von Angesicht zu Angesicht - Familienbilder erzählen ihre Geschichten» läuft noch eine Saison.

Café im Hof ist für alle offen

Neu gestaltet und eingerichtet haben Betriebsleiter Erland Eichmann und sein Team das Selbstbedienungs-Café. Es ist neu im Erlachhaus statt in der Scheune untergebracht und lädt auch bei kühlem Wetter zum Verweilen ein. Im Café mit stilgerechten Möbeln aus dem Brockenhaus gibt es Kaffee, Getränke, Süsses und Salziges.

Das Café ist für Spaziergänger offen und kostet im Gegensatz zum Café im Schloss Hallwyl keinen Eintritt (die AZ berichtete). Allerdings kann man Schloss Wildegg nur zu Fuss erreichen und im Hof sind im Gegensatz zu Schloss Hallwyl keine Ausstellungsstücke zu sehen.

Purpurrot und Königsblau

Das Saisonprogramm bietet neben den traditionellen und regelmässig gut besuchten Anlässen ein paar Neuheiten. So entdeckt man von Juni bis September in «Purpurrot und Königsblau» vergessene Färberpflanzen wieder - Schafgarbe und Labkraut wachsen im vom Schloss betriebenen und von ProSpecieRara geplanten Nutz- und Lustgarten. Die Farbstoffe der Pflanzen waren einst für die leuchtenden Gewänder der Könige und Schlossherren, aber auch der Sonntagstrachten der Landarbeiter verantwortlich. Workshops und eine kleine Sonderausstellung bringen den Besuchern die alten Farben wieder näher.

Erstmals seit fünf Jahren gibt es im Juni wieder eine Greifvogelschau, an welcher über die Herkunft und Lebensweise der Greifvögel informiert wird. Ein Falkner-Ehepaar aus Buchs im Kanton St. Gallen zeigt die Vögel aus der Nähe, auch wenn diese aufgrund des neuen Kantonalen Jagdgesetzes nicht fliegen dürfen. Mehrere Hundert einheimische Pilze sind an der Pilzausstellung Anfang Oktober zu sehen. Der Pilzverein Rupperswil zeigt nicht nur Exponate, sondern verwöhnt die Besucher während zweier Tage auch kulinarisch mit Pilzgerichten.

Schloss-Serenade und Tulpen

Im Herbst sind szenische Rundgänge mit der Schauspielerin Salome Jantz und der Fachreferentin Gabriela Anghern über das Leben von Sophie von Effinger geplant. In Kostümen aus dem 18. Jahrhundert führen die beiden Frauen durch Schloss Wildegg. Weiterhin auf dem Programm stehen auch traditionelle Veranstaltungen, wie die Schloss-Serenade der Freunde der Möriker Operette oder der Setzlings- und Tulpenzwiebelmarkt von Pro Specie Rara.

Im Hinblick auf die erste Aargauer Saison soll im Januar nächsten Jahres die Villa umgebaut werden und dort Empfang und Garderobe eingerichtet werden. Ab Frühling 2011 werden auch die Fassaden der Nebengebäude, Villa und Scheune saniert.

Öffnungszeiten 1. April bis 31. Oktober, Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr. Karfreitag geschlossen. www.nationalmusuem.ch/wildegg

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