Reuss
Schlechtes Wetter, gute Ordnung

Die Reuss, in Kombination mit schönem Frühlingswetter, zieht Leute an. Leute bringen Abfall mit sich. Die Leute gehen wieder, der Abfall aber bleibt oft. Die AZ hat beliebte Badeplätze nach dem Wochenende aufgesucht.

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Littering an der Reuss
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Littering an der Reuss Selbst das Joner Inseli – sonst Sorgenkind Nummer eins – ist sauber.
Littering an der Reuss Leere Flaschen bei der Sandbank Werd.
Littering an der Reuss Das Feuer riecht nach Plastik.
Littering an der Reuss Schilder sollen helfen, die Erholungssuchenden zu sensibilisieren.
Littering an der Reuss So sicher wie das Amen in der Kirche: Zigarettenstummel neben einer Bank.

Littering an der Reuss

Aargauer Zeitung

Sebastian Hagenbuch

Der vergangene Sonntag war kein unschöner Tag. Die Vögel zwitscherten in der Sonne, welche sich in relativ kurzen Abständen gegen die Wolkenfront durchzusetzen vermochte. Abgesehen von ein paar wenigen Spaziergängern war es ruhig an der Reuss. Ganz anders am Samstagabend zuvor. Da tobte keine Fete, sondern ein ziemlich heftiger Sturm. Dieser hat wohl einige Leute davon abgehalten, ihren freien Abend auch effektiv im Freien zu verbringen.

Dafür herrschte am Tag danach einigermassen Ordnung im Reusstal. Abgesehen von ein paar Flaschen bei der Sandbank in Werd und den leider üblichen Zigarettenstummeln bei jeder entlang der Reuss platzierten Bank sah alles ziemlich ordentlich aus. Beim Joner Inseli wurde zwar das gemütliche Feuer kurzerhand zu einer kleinen Kehrichtverbrennungsanlage zweckentfremdet, Alufolie und verschrumpelter Plastik zierten den Platz und ein ungesunder Duft hing in der Luft. Doch dies sind eher Kavaliersdelikte, verglichen mit der sonst herrschenden Unordnung.

Mehr Kontrollen gefordert

Die AZ Freiamt hat am 9. Mai ihre Leserinnen und Leser dazu aufgerufen, die eigene Meinung zur Abfallproblematik mitzuteilen. Leserin Margrit Kühn schlägt vor, dass es mehr Kontrollen geben sollte. «Jemand sollte bei den beliebtesten Picknick-Plätzen vorbeigehen und bei Gruppen die Adresse von mindestens einer verantwortlichen Person aufnehmen», meint Kühn. Dann könne man die Leute darauf hinweisen, dass sie dafür zur Rechenschaft gezogen werden können, wenn der Platz nach dem gemütlichen Zusammensein nicht aufgeräumt werde.

Zusätzliche Abfalleimer findet Kühn hingegen nicht notwendig. «Jeder kann das Leergut in demselben Sack heim nehmen, in dem er die Ware mitgebracht hat», findet sie. Als sinnvollste Strafe sieht Kühn den Frondienst. Die Sünder sollten ihrer Ansicht nach ohne Entschädigung mit dem sonst zuständigen Personal zusammen auf eine Abfalltour gehen. Dann würde die fehlbare Person vielleicht auch lernen, worum es eigentlich geht. «Es ist keine Frage des Geldes, sondern der Verantwortung», ist Kühn überzeugt.