Schläger von München

Schlägerprozess: Mutmasslicher Haupttäter verweigert Aussage

Polizisten vor dem Gerichtssaal

Polizisten vor dem Gerichtssaal

Im Schläger-Prozess von München verweigern die drei angeklagten Zürcher Teenager weiterhin die Aussage - neuerdings auch der mutmassliche Haupttäter. Die Gerichtsverhandlung vor dem Landgericht München wird mit der Befragung von Zeugen und Opfern fortgesetzt.

Am zweiten von sieben geplanten Verhandlungstagen befragte die 1. Jugendkammer des Landgerichts München I vier Polizisten als Zeugen. Darunter war auch ein Schweizer Polizist, wie Gerichts-Sprecherin Margarete Nötzel vor den Medien sagte.

Am Nachmittag wurden drei von fünf Opfern als Zeugen befragt, am Mittwoch treten voraussichtlich die zwei weiteren Opfer in den Zeugenstand. Am Donnerstag werden Mitschüler der drei Angeklagten befragt. Die Eltern der Teenager wohnen der Verhandlung bei. Sie werden gemäss Nötzel am 29. März befragt.

Der mutmassliche Haupttäter hatte am Montag Aussagen zu seiner Person und seinem Lebenslauf gemacht und angekündigt, er wolle dies auch zur Tat tun. Doch weil der Anwalt eines Opfers in einer Verhandlungspause gegenüber Medien von den Aussagen des Angeklagten en detail berichtete, schweigt der Jugendliche jetzt auf Anraten seines Rechtsvertreters.

Die Angeklagten wurden wie bereits am Montag auf einem geheimen Weg in Handschellen in den Gerichtssaal geführt, wie die Gerichts-Sprecherin auf eine Journalistenfrage antwortete. Die Verhandlung findet unter striktem Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die damals 16-Jährigen hatten am 30. Juni 2009 im Zentrum der bayrischen Metropole auf der Abschlussreise ihrer Klasse der Weiterbildungs- und Berufswahlschule Küsnacht ZH wahllos fünf Passanten, darunter einen Behinderten, zusammengeschlagen und zum Teil schwer verletzt. Sie wurden noch am gleichen Abend festgenommen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft klagte die drei Teenager an wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Werden sie von den drei Berufsrichtern und zwei Schöffen (Laienrichter) schuldig gesprochen, droht ihnen eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. In der Schweiz kämen die Jugendlichen mit maximal vier Jahren davon.

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