Parking Aeschen
Schlacht ums Parking Aeschen

Das überarbeitete Kunstmuseum-Parking hat nur noch 340 Parkplätze. Die Konkurrenz schläft nicht.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Yen Duong

Es ging ganz schnell. Erst letzte Woche gab die Basler Regierung bekannt, dass sie auf ihren im Dezember 2008 gefällten Entscheid, das Parking Picasso dem Parking Kunstmuseum vorzuziehen, zurückgekommen ist (die bz berichtete). Und bereits gestern präsentierten die Initianten des Kunstmuseum-Parkings ihr überarbeitetes Projekt.

«Wir waren der Meinung, dass der Variantenentscheid der Regierung nicht wahr sein darf, deshalb haben wir unser Projekt weiterentwickelt», sagte Peter Andreas Zahn, Verwaltungsratspräsident der Projektentwicklungsgesellschaft Parking Kunstmuseum AG. Neu umfasst dieses Projekt auf zwei Geschossen nur noch 340 Parkplätze (vorher 500 Plätze).

Die Parkingeinfahrt erfolgt über die momentane Ausfahrt des Credit-Suisse-Parkings im Luftgässlein (vis-à-vis des Antikenmuseums), die Ausfahrt in Richtung Kleinbasel am südlichen Ende des Brückenkopfes der Wettsteinbrücke. Für Fussgänger gibt es vier Ein- und Ausgänge: Im Bereich der Schalterhallen von CS und UBS, am Brückenkopf und beim Kunstmuseum.

Projekt kostet 49 Millionen

Mit einer unterirdischen Drehscheibe im Untergeschoss sollen Sattelschlepper, die Kunstwerke in den 15 Meter breiten und 6 Meter hohen Verbindungsgang zwischen Kunstmuseum und Erweiterungsbau liefern, auf engstem Raum wenden können.

Gemäss dem ehemaligen Basler Baudirektor und «Parkingfachmann» Christoph Stutz beeinträchtigt das Parking Kunstmuseum während seiner Bauzeit den Trambetrieb der Linien 1, 2 und 15 nicht. Die Bauzeit des Parkings würde dreieinhalb Jahre dauern, die Kosten werden von den Initianten auf 49 Millionen Franken geschätzt. Das ist laut Stutz «leicht tiefer» als das alte Projekt, das 57 Millionen gekostet hätte.

Ebenfalls an der Medienkonferenz anwesend und spürbar unwillkommen waren die Verantwortlichen des Picasso-Parkings. Der Berater und Anwalt der Dorenbach Architekten, Armin Stieger, erklärte der bz, dass die neue Version des Kunstmuseum-Parkings beeindruckend sei. «Die Drehscheibe für Sattelschlepper ist eine bemerkenswerte Arbeit», lobte er.

Aber auch die Macher des Picasso-Parkings würden nicht schlafen. Man werde die Entwicklung des Burghof-Neubaus genau verfolgen und nach Optimierungen suchen. «Die nächste Schlacht findet noch statt, wir geben nicht auf», meinte Stieger kämpferisch.

Mehrverkehr am Wettsteinplatz

Das überarbeitete Kunstmuseum-Parking sorgt bereits für kritische Stimmen. Grund dafür ist die Ausfahrt in Richtung Kleinbasel: Egal in welche Richtung die Parkhaus-Benutzer fahren wollen, alle Wege führen über den Wettsteinplatz. «Das ist ziemlich absurd. Der Wettsteinplatz ist bereits heute sehr belastet», sagt Anita Lachenmeier, Co-Präsidentin des VCS beider Basel und Basler Nationalrätin (Grüne). Zudem hätten Schulkinder bei der heutigen Verkehrssituation schon Mühe, die Strasse zu überqueren.

Auch der Neutrale Quartierverein Oberes Kleinbasel ist von dieser Ausfahrt nicht begeistert. «Wir sind überbelastet. Noch mehr Verkehr vertragen wir nicht», ruft Vorstandsmitglied Urs Forster aus. Eine solche Ausfahrt sei aber nicht nur für den Wettsteinplatz unerträglich, sondern auch für die Grenzacherstrasse.

Laut dem Mediensprecher des Bau- und Verkehrsdepartements Basel Stadt, Marc Keller, werde in absehbarer Zeit eine Verkehrserhebung zum Wettsteinplatz durchgeführt. «Das hat aber nichts mit dem Kunstmuseum-Parking zu tun. Wir wollen wissen, wie sich die Situation am Wettsteinplatz seit dem Umbau entwickelt hat», erklärte er.

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