Wunder

Schiffbrüchiges Geschwisterpaar schwimmt 13 Stunden an Land

Dan und Kate Suski: Das US-Geschwisterpaar überlebte Horror-Trip vor der Karibik-Insel St. Lucia.

Dan und Kate Suski: Das US-Geschwisterpaar überlebte Horror-Trip vor der Karibik-Insel St. Lucia.

Was ein unvergessliches Angel-Abenteuer werden sollte, wurde für ein US-Geschwisterpaar in der Karibik zum Horrortrip. Ihr Boot kenterte 13 Kilometer von der Küste entfernt. Sie schwammen an Land - mitten in der Nacht.

Das US-Geschwisterpaar Dan (30) und Kate Suski (39) war am 21. April mit einem gemieteten Fischerboot bei der Karibikinsel St. Lucia aufs Meer gefahren. Sie waren nicht allein an Bord. Da waren auch noch der Kapitän und ein weiteres Besatzungsmitglied.

Dan Suski war gerade dabei, einen 200-Pfund-Fisch aus dem Meer zu ziehen, als Wasser ins Boot strömte und den Maschinenraum überflutete. Der Kapitän setzte per Funk einen Hilferuf ab, warf den Suskis Schwimmwesten zu und fordert sie auf, ins Wasser zu springen. Fünf Minuten später war das Boot gesunken.

Flugzeuge sehen die Suskis nicht

Was dann kam war der reinste Albtraum. Mannshohe Wellen warfen die Touristen und Besatzungsmitglieder hin und her. «Der Kapitän sagte uns, wir sollten beieinander bleiben, Hilfe sei auf dem Weg und wir müssten warten», sagte Kate Suski der Nachrichtenagentur Associated Press. Nach einer Stunde waren immer noch keine Helfer zu sehen. «Ich sagte, wir sollten schwimmen. Helfer würden uns schon finden», sagte Kate Suski.

Das Geschwisterpaar verlor die Besatzungsmitglieder aus dem Blick, als die Gruppe losschwamm. Der Wellengang sei zu stark gewesen. Ein Flugzeug und ein Hubschrauber waren am Horizont zu sehen, aber niemand sah die Suskis.

Als schwammen diese weiter und weiter. Die Stunden vergingen und es wurde Nacht. «Da wird einem bewusst, dass die Lage sehr schlecht ist», sagte Kate Suski. Dan Suski musste immer wieder an den Film «Open Water» denken, in dem Taucher von ihrer Gruppe zurückgelassen und von Haien angegriffen werden

Zu felsig, um an Land zu gehen

Sie schwammen. Nach 13 Stunden erreichten sie endlich die Küste. Bloss: An Land gehen konnte man hier nicht, der der Küstenabschnitt zu felsig war.

Sie schwammen weiter, bis sie zu einem kleinen sandigen Küstenabschnitt kamen. Als Kate und Dan Suski an Land kamen, konnten sie kaum einen Schritt tun. Sie waren total erschöpft, halb erfroren und am Verhungern. Zu Essen fanden sie nur bittere Mangos und grüne Bananen.

Nach stundenlangem Marsch trafen sie am frühen Morgen endlich auf einen Landarbeiter. Er er gab ihnen zu essen und verständigte die Polizei verständigte.

«Ein Wunder»

Kate und Dan Suski wurden ins Krankenhaus gebracht und erfuhren, dass ihre Mitpassagiere nach 23 Stunden im Wasser gerettet wurden.

Der Tourismusminister von St. Lucia, der Überleben der Suskis ein Wunder nennt, hat eine Untersuchung angekündigt. Die Suskis wollen aber niemanden die Schuld geben. Am Samstag wollen sie nach Hause, nach Miami zurückfliegen.

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