Seebad

Schatten über der Seebadi

Seebad: Die Anlage soll saniert werden, doch ein Nachbar wehrt sich gegen einen Kinderspielplatz. Martin Reichlin

Bad

Seebad: Die Anlage soll saniert werden, doch ein Nachbar wehrt sich gegen einen Kinderspielplatz. Martin Reichlin

Ein Restaurantpächter macht frei, Bademeister schreiben Drohendes und ein Nachbar blockiert die Sanierung – beim Seebad Wollishofen läuft nicht alles rund.

Martin Reichlin

Die Gäste, die am Sonntag vor einer Woche in der Badi Wollishofen eine Glace oder Pommes frites kaufen wollten, staunten nicht schlecht. Sie fanden das Restaurant nicht nur verschlossen, am Fenster hing zudem ein Zettel mit drohend klingender Botschaft. «Entgegen unseren Anweisungen hat sich der Kioskbetreiber heute dazu entschlossen, den Kiosk nicht zu öffnen», schrieben «Ihre Bademeister». «Für sein Verhalten entschuldigen wir uns. Weitere Schritte sind eingeleitet.» Hängt da in einem beliebten Zürcher Seebad der Haussegen schief?

Nein, sagt Daniela Eggs, als Bereichsleiterin beim Sportamt zuständig für die Badeanstalten im Süden der Stadt. Gemäss den Abmachungen mit der Stadt müsste der Restaurant-Pächter den Kiosk zwar bei geöffnetem Seebad offen halten. Und am Sonntag nach der Street Parade, als nur wenige Leute die Badi besuchten, habe er eigenmächtig entschieden, das Geschäft geschlossen zu lassen. Aber «in einem klärenden Gespräch mit dem Sportamt hat sich der Pächter in aller Form für sein Handeln entschuldigt.»

Die Notiz, welche die Besucher am Kiosk zu lesen bekamen, sei nur unglücklich formuliert gewesen und «nicht als Drohung gemeint. Das Sportamt löst eventuelle Unstimmigkeiten mit seinen Pächtern im Gespräch mit den Betroffenen.» Allerdings, ergänzt Eggs, laufe der Pachtvertrag mit der Restaurantbetreiberin STK Gastro AG per Ende 2009 aus.

Rekurs blockiert Sanierung

Dies wiederum hängt mit der anstehenden Sanierung des 1939 erbauten Bades zusammen. Für 7,3 Mio. Franken soll die denkmalgeschützte Anlage ab Ende der Saison komplett renoviert werden. Ein Vorhaben, das derzeit blockiert ist. «Es ist eine Einsprache gegen die Sanierung eingegangen», erklärt Daniela Eggs. «Ein Anwohner bemängelt, dass der bisher provisorisch schon vorhandene Kinderspielplatz definitiv in die Anlage integriert werden soll.» Der Versuch zur aussergerichtlichen Einigung sei gescheitert, nun müsse der Weg durch die Gerichte eingeschlagen werden. Wann mit der Sanierung begonnen werden könne, sei darum völlig offen.

Doch weshalb wurde die Pacht des jetzigen Restaurateurs nicht bis zum Baustart verlängert? Eggs: «Wir hatten dem Pächter mündlich angeboten, das Restaurant und den Kiosk auch noch für die kommende Saison zu betreiben, da sich die Sanierung des Seebades aller Voraussicht nach verzögern wird. Er hat leider abgelehnt.»

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