SBB: Neue Züge sollen im Aargau für zufriedenere Kunden sorgen

Veralteter Zug: Aus dem Aaretal kommend in Baden. (Bild: Raphael Hünerfauth)

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Veralteter Zug: Aus dem Aaretal kommend in Baden. (Bild: Raphael Hünerfauth)

Die SBB kommen bei Aargauer Reisenden immer schlechter an. Grund sind die veralteten Züge, die die Bahn im Regionalverkehr einsetzt. Die Bahn will nun Gegensteuer geben. Die alten Klapperkisten werden aber nicht von heute auf morgen von den Gleisen verschwinden.

Hans Lüthi

Die Zufriedenheit der Aargauer mit den Bundesbahnen ist überall im Aargau gesunken. Das zeigt die jüngste Umfrage zur Zufriedenheit mit den öffentlichen Verkehrsmittel. Überlastete Infrastrukturen und veraltete Züge sind die primären Gründe dafür.

Beispiele sind veraltete S-Bahnen im Aargau, der Regio-Express Wettingen–Olten und die Linie Baden–Waldshut/Bad Zurzach. «Selbst wenn sie frisch gereinigt sind, werden diese Züge oft als unsauber eingestuft», sagt Projektleiter Alexander Häne von der Sektion öffentlicher Verkehr im BVU. Mit ihren alten Polstern wirken die Züge halt oft leicht schmuddelig. Zudem fehlen natürlich Klimaanlagen und Informationen via Bildschirm.

Verbesserungen nicht von heute auf morgen

Die vorhandenen Mängel sind durchaus erkannt und nötige Verbesserungen in den meisten Fällen im Bau oder beim Rollmaterial bestellt – aber die Umsetzung benötigt Zeit. Der Neubau des Bahnhofs Aarau nimmt Gestalt an, das dritte Gleis zwischen Lenzburg und Othmarsingen wird ab Dezember dieses Jahres zu pünktlicheren Zügen führen.

Modernes Rollmaterial wird die alten Züge nach und nach ersetzen. «Die Flirt-S-Bahnen durchs Freiamt, von Aarau bis Rotkreuz, kommen ab Fahrplanwechsel im Dezember 2010 durchgehend zum Einsatz», verspricht Alexander Häne. «Mit jedem Fahrplanwechsel wird es besser», doppelt er nach und verweist auf die Domino-Züge.

Von den jetzigen alten Kompositionen werden dabei die Triebwagen stark erneuert, die Zwischenwagen werden komplett neu und decken heutige Bedürfnisse ab. Beim Regio-Express von Wettingen über Aarau nach Olten ist der Wechsel allerdings erst mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2012 vorgesehen – also in knapp drei Jahren.

Mehr Freude an den Bussen

Bei der Unterscheidung nach Bahnen und Bussen schneiden die Strassenfahrzeuge bei der Kundschaft – wie in den umliegenden Kantonen – deutlich besser ab. Die Bahn ist um einen Punkt auf 71 Punkte zurückgefallen, die Busse selber haben unverändert 74 Punkte erreicht.

Dafür gibt es eine plausible Erklärung: «Der Lebenszyklus von Bussen ist viel kürzer als jener der langlebigen Bahnen», sagt Projektleiter Häne im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Mit anderen Worten: Busse werden viel schneller ersetzt, mit jeder Neubeschaffung kommt die modernste Technologie zum Einsatz.

Niederflur-Einstiege, Klimaanlage, Fahrgast-Informationen am Bildschirm, Billettautomaten gehören darum rasch einmal zur Selbstverständlichkeit. «Und der Appetit kommt mit dem Essen», meint Häne. «Die Reisenden wollen zunehmend bereits im Bus erfahren, ob der Zug im Bahnhof Verspätung hat oder pünktlich ist.»

Gute Noten für Privatbahnen

Die Kritik an den Bundesbahnen gilt überhaupt nicht für die Privatbahnen im Aargau, ganz im Gegenteil: Gute Noten holten sich die Bremgarten-Dietikon-Bahn (BDWM) sowie die Wynental- und Suhrentalbahn (WSB). Beide haben den Viertelstundentakt eingeführt, beide sind daran, ihre Flotten umfassend zu erneuern. «Das bestätigt uns die Richtigkeit solcher Investitionen, die Kundschaft weiss es zu schätzen», erklärt Häne.

Was im öV generell ganz schlecht ankommt, ist die fehlende Information bei Verspätungen. Im Übrigen sind die Fahrgäste mit dem Personal sehr zufrieden.

An der jetzt vorgelegten Studie haben 3260 Personen mitgemacht. Sie haben 70 bis 80 Fragen beantwortet. Bei jedem Transportunternehmen haben mindestens 105 Fahrgäste mitgemacht, für SBB und Postautos gibt es auch regionale Daten. Seit der letzten Umfrage vor zwei Jahren sind die Werte im Aargau von 73 auf 72 Punkte zurückgegangen und liegen damit hinter den städtisch geprägten Kantonen Luzern mit 74 und Zürich mit 76 Punkten zurück.

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