Das gab es noch nie: Diebe, die es auf Kupferdraht abgesehen haben und Erdungskabel in vier Meter Höhe unterhalb der Fahrleitungen abschneiden, also in unmittelbarer Nähe von Hochspannungsleitungen. Eine gefährliche Sache - die Arbeit im Bereich von 15'000 Volt-Fahrleitungen ist lebensgefährlich.

Bereits zum vierten Mal innert einer Woche haben die Täter zugeschlagen:

Am 17. September montierten die Diebe in Rümikon fast 300 Meter Erdungskabel ab.

Am 17. September stellte ein Lokführer fest, dass bei Döttingen mindestens 1500 Meter Erdungskabel fehlten.

Am 20. September bemerkte wieder ein Lokführer den Diebstahl von 1300 Meter Kupferkabel, dieses Mal in Kaisten.

Am Mitteoch, 23.9., stellte ein Streckenläufer der SB fest, dass in Würenlos Kabel auf einer Strecke von 425 Metern fehlten.Die Täter haben die Ware höchstwahrscheinlich mit einem Wagen abtransportiert.

Laut Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, beläuft sich der Schaden insgesamt auf «mehrere Zehntausend Franken». Ein Kilo Altkupfer, so weiss der «Tages Anzeiger», kostet 5 Franken.

Das grosse Fragezeichen lautet aber: Wie gehen die Täter vor? Berhard Graser zu a-z.ch: «Noch ist unklar, wie die Täterschaft genau vorgegangen ist. Möglicherweise erkletterten die Täter die Masten und kappten die Kupferkabel mit einem Bolzenschneider oder dergleichen. Dies ist aber zum heutigen Zeitpunkt lediglich eine Vermutung.» Die Polizei geht jedoch davon aus, dass es sich um Profis handelt, auch wenn laut Polizeisprecher über die Täterschaft bislang keine Erkenntnisse vorliegen.

Die SBB steht ebenfalls vor einem Rätsel, wie SBB-Sprecher Daniele Pallecci gegnüber Radio Argovia resümiert : «Der Aufwand überrascht uns auch. Nicht zuletzt die Arbeit in dieser lebensgefährlichen Hochspannungsumgebung. Wir haben aber die Kontrolle verstärkt, und auf abgelegenen Strecken user Überwachungsdispositiv ausgebaut.» (cls)