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SBB: Anstelle einer Entschuldigung gibts die Rechnung

Er wurde zu Unrecht als Schwarzfahrer abgestempelt. Die SBB kündigte an, sich beim Fahrgast H.B. aus Ehrendingen für den Fehler zu entschuldigen - doch er erhielt stattdessen eine Rechnung über 80 Franken.

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H. B. aus Ehrendingen(Name der Redaktion bekannt) versteht die Welt nicht mehr: Nachdem er auf der Heimfahrt von einer Schneeschuhwanderung im Südschwarzwald zu Unrecht als Schwarzfahrer abgestempelt worden war, versprachen die SBB, sich beim Fahrgast zu entschuldigen, und erklärten, sie hätten kein Interesse daran, Kundinnen und Kunden unfreiwillig zu Schwarzfahrern zu machen. Schneeschuhwanderer H. G. freute sich über diesen Bescheid und glaubte, damit sei die Sache erledigt. Doch dann kam alles ganz anders: Statt der erwarteten Entschuldigung flatterte H.G Mitte Woche eine Rechnung über 80 Franken des SBB-Inkassocenters mit dem Wortlaut ins Haus: «Anlässlich einer Fahrausweiskontrolle haben wir Sie ohne gültigen Fahrausweis angetroffen. Wir bitten Sie, den ausstehenden Betrag gemäss unten stehender Aufstellung zu begleichen. Bei Nichtbezahlung verrechnen wir eine Mahngebühr von CHF 40.-.»

Dieses Schreiben trieb dem 70-Jährigen zum zweiten Mal die Zornesröte ins Gesicht, nachdem ihn die Geschichte mit der Schwarzfahrerei zwei Wochen zuvor schon mächtig geärgert hatte. «Fingerspitzengefühl beim Umgang mit ihren Kundinnen und Kunden kann ich den SBB nun wahrlich nicht attestieren», sagt H.G.

SBB-Mediensprecher Roman Marti ist die Sache unangenehm: «Selbstverständlich muss H. G. die Rechnung nicht bezahlen. Ich habe ihn angerufen und ihm erklärt, dass es sich um ein Versehen handelt. Deshalb wandert die Rechnung auch in den Papierkorb.» Marti erklärt, wie es zum Versehen kommen konnte: «Leider war der Drucker schneller als unsere Inkassocenter-Mitarbeitenden. Das hat einen simplen Grund: Die Daten des Zugbegleiters trafen - die heutige Technologie machts möglich - schneller ein als der Brief von H. G. Im Zweifelsfalle empfehlen wir darum Rechnungsempfängerinnen und -empfängern, die auf der Rechnung vermerkte Nummer anzurufen. Unsere Mitarbeitenden helfen gerne weiter. Wir werden uns auch noch schriftlich bei H.G. entschuldigen. Jetzt erst recht.» (Za)

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