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Sarkozys Garde von Baslerin bezirzt

Im elsässischen Hausgauen organisieren Basler das erste richtige Tattoo von Frankreich.

Sarkozys Garde von Baslerin bezirzt

Im elsässischen Hausgauen organisieren Basler das erste richtige Tattoo von Frankreich.

Frankreich und Schottland waren über Jahrhunderte Alliierte. Mit dem Hausgauen Tattoo werden wieder engere Beziehungen geknüpft.

Andrea Mašek

Bis 1903 waren alle Französinnen und Franzosen auch schottische Staatsbürger – und umgekehrt. Dies geht auf die so genannte Auld Alliance zurück, eine militärische Vereinbarung, die zwischen 1165 und 1560 galt – und im Fall der Nationalität bis ins 20. Jahrhundert dauerte.

Diese alte Allianz ist das Grundthema des Hausgauen Tattoo, das am 11. September stattfindet. Dementsprechend wird das Programm von keltischen und französischen Militärmusik-Traditionen dominiert. Mit dabei sind aber auch deutsche und Schweizer Formationen. Und aus dem Boden gestampft haben das Tattoo eine Schweizerin und ein Schweizer.

Aktive Highlander

Brigitte Buser und Gérard Goetti sind zwei angefressene Schottland- und Dudelsackfans. Sie spielen bei den 68th Highlanders mit und werden noch diese Woche nach Edinburg fahren, um am Pipefest teilzunehmen. Goetti hat im vergangenen Sommer zudem das
Pipefest in Basel mitorganisiert.

Beide, ursprünglich aus Basel, wohnen heute im Elsass. Dort machten sie sich letzten Oktober Gedanken darüber, wie sie den tristen Winter «überleben» sollten. «Aus einem kleinen, spontanen Furz ist dann ein ausgewachsenes Tattoo geworden», meint Buser lachend. Der anfängliche «Plausch» sei fast ein wenig ausgeartet.

Seither sind die beiden am Organisieren. Immer neue Ideen wollten umgesetzt werden und es galt, die Leute in ihrem Dorf zu überzeugen – rund um das Tattoo sollte nämlich auch ein Dorffest veranstaltet werden. «Zum Glück ist unser Bürgermeister sehr aufgeschlossen», sagt Buser.

Dann mussten sie Teilnehmende finden. Dazu gehörte viel Hartnäckigkeit. Denn die Franzosen kennen die keltische Kultur nicht wirklich, wie Buser herausfand. Sie seien nicht die gleichen Tattoo-Liebhaber wie die Baslerinnen und Baselbieter – auf die sie übrigens als Zuschauerinnen und Zuschauer zählt.

Stolz ist sie, dass sie die Garde Républicaine, die Hausgarde des Präsidenten, hat anwerben können. Diese zeigte sich beeindruckt vom Programm und von der militärischen Kürze der Mails von Buser. Diese köderte sie weiter mit dem Hinweis, dies sei das erste richtige Tattoo in Frankreich. Es gibt zwar andernorts im Land Tattoos, doch ohne Dudelsäcke.

Keine Konkurrenz zu Basel

Brigitte Buser sieht ihr Tattoo – mit einer Vorstellung für ein Publikum von rund 4500 Personen – aber nicht als Konkurrenz zu Basel: «Das Ganze ist nicht vergleichbar und wir wollen uns auch nicht an Basel messen.» Für Erik Julliard, Produzent des Basel Tattoo, des zweitgrössten Tattoos weltweit, wie er betont, ist Hausgauen (noch) keine Konkurrenz. Er sagt der bz aber, es freue ihn, dass auch «andere es wagen, die enorme Organisation, vor allem logistisch, auf sich zu nehmen, um ein Tattoo auf die Beine zu stellen». Und: Das Hausgauen Tattoo werde zur Steigerung der Wahrnehmung der Marke Tattoo beitragen.

Das Hausgauen Tattoo darf sich auch durchaus hören lassen: «Drei Stunden wird gespielt, davon eine Stunde nur Dudelsackmusik», sagt Buser. Die Massed Pipes and Drums stehen unter dem Kommando von Drum Major Brian Wilson, einem mehrfachen Weltmeister aus Nordirland. Das Tattoo-Gelände ist auch nicht ohne Reiz, Bäume und Bach bilden eine romantische Kulisse. Für Laufformationen allerdings ist im kleinen Park kein Platz.

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