Samariterverein

Samariterverein Dietikon vor ungewisser Zukunft

Nicht aufgelöst, aber dennoch unklar, wie es weitergehen soll

Samariterverein Dietikon

Nicht aufgelöst, aber dennoch unklar, wie es weitergehen soll

n letzter Sekunde wendete der Samariterverein an der ausserordentlichen Generalversammlung seine Auflösung ab. Die Vereinsmitglieder beschlossen stattdessen ein neues Vereinskonzept. Trotzdem bleibt die Zukunft ungewiss.

«Wir haben den Tiefpunkt erreicht», fasste der bisherige Vizepräsident Markus Walther zusammen. Der Verein leidet darunter, dass Neumitglieder - insbesondere junge - trotz Werbung nicht gefunden werden können. Sanitätsdienst an Veranstaltungen kann nicht mehr geleistet werden, ohne dass ein anderer Samariterverein im Raum Dietikon einspringen könnte. Bei der Durchführung von Kursen sieht es nicht besser aus. Insbesondere bei Nothilfekursen ist der Konkurrenz- und Preisdruck der Fahrschulen zu stark.


Kein Zusammenschluss
Mit diesem Hintergrund traf sich der Vereinsvorstand Anfang Jahr mit anderen Samaritervereinen des Limmattals. Angestrebt wurde ein Zusammenschluss mit einem anderen Verein. Als klar wurde, dass dies nicht möglich sein wird, war die Enttäuschung und Resignation innerhalb des Vorstandes gross. Mann stellte sich darauf ein, den Verein auflösen zu müssen und informierte die Mitglieder per Brief.
Daraufhin beschlossen fünf Vereinsmitglieder - mit der Unterstützung eines Teils des Vorstandes - einen Plan zur Rettung des Samaritervereins auszuarbeiten. Bis zur ausserordentlichen Generalversammlung wurden die nötigen Vorkehrungen für beide Pläne, sowohl die Auflösung als auch die Umgestaltung des Vereins, getroffen, ohne abschätzen zu können, wie die entscheidende Abstimmung ausfallen würde. Dementsprechend spannungsgeladen fiel die Versammlung am Samstag aus.


Weniger Vereinsaktivitäten

In den Diskussionen wurde schnell klar, dass das Engagement der fünf Vereinsmitglieder zur Rettung des Samaritervereins geschätzt wird, wenn auch gewisse Bedenken gegenüber dem ausgearbeiteten Konzept bestanden. Vorgeschlagen wurde darin, dass der Samariterverein seine Aktivitäten auf ein Minimum reduziert, um fortbestehen zu können. Konkret sollen der Sanitätsdienst sowie die öffentlichen Kurse eingestellt und nur noch alle zwei Monate eine Übung für die Vereinsmitglieder durchgeführt werden. Die Mehrheit des Vorstandes - so auch der langjährige Vizepräsident Markus Walther - gab den Rücktritt im Falle des Fortbestandes des Vereines bekannt. Die Initianten machten klar, dass ihr Konzept nur funktionieren kann, wenn mindestens zehn bis fünfzehn Personen ihre regelmässige Teilnahme an den Vereinsaktivitäten zusagen.
Kritische Stimmen bemerkten, dass das Durchschnittsalter des Vereins für ein längerfristiges Überleben zu hoch sei. Ausserdem wurde betont, dass öffentliche Aktivitäten nötig seien, um Neumitglieder anzuwerben und die «Menschen auf der Strasse anzusprechen». Schliesslich überwog das Interesse an der Rettung des Vereins und das neue Konzept wurde mit 20 Ja-Stimmen bei 16 Enthaltungen ohne Gegenstimme angenommen. Die Initianten der Rettung des Vereins wurden als neue Vorstandsmitglieder gewählt.

Blick in die Zukunft
«Ich freue mich, dass es weitergeht, habe aber gemischte Gefühle. In den nächsten zwei Jahren wird sich zeigen, ob das Konzept aufgeht», meinte die frisch gewählte Vereinspräsidentin Evelyn Lüchinger nach der Generalversammlung. Sie hofft, dass der Verein in Zukunft Neumitglieder, insbesondere junge Menschen sowie Mütter, gewinnen kann.

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