Das Gebiet Silbern/Lerzen/Stierenmatt (SLS) ist gewaltig auf dem Vormarsch. Bei einem Vollausbau rechnet man mit einer Steigerung von 6000 auf 10 000 Arbeitsplätze, die Einwohnerzahl soll sich gar von 100 auf rund 3000 erhöhen.

Dass bei einem derartig rasanten Wachstum der Ausbau des öffentlichen Verkehrs eine der wichtigsten Prioritäten ist, hat Dietikons Stadtpräsident Otto Müller mehrfach betont. Überlasse man das Gebiet, dessen grösster Trumpf die Erreichbarkeit sei - das aber auch seit Jahren mit Verkehrsproblemen kämpft -, sich selber, drohe ein Verkehrskollaps, erklärte Müller.

Das Kernstück der angestrebten Lösung: eine S-Bahn-Station Silbern beim Coop Megastore. Eine vom Stadtrat bei einem Verkehrsingenieurbüro in Auftrag gegebene Zweckmässigkeits- und Machbarkeitsbeurteilung kommt zum Schluss: Die neue S-Bahn-Station ist zweckmässig und realisierbar.

Zusammen mit Fahrgästen aus der Umgebung ist das Potenzial mit rund 2,5 Millionen Ein- und Aussteigern pro Jahr mehr als doppelt so hoch wie in Glanzenberg heute, die Fahrzeitbilanz fällt klar positiv aus. Das heisst: Der Reisezeitgewinn für Fahrgäste, die den neuen Bahnhof Silbern benutzen würden, übertrifft den Reisezeitverlust, welcher dort durchreisenden Fahrgästen aufgrund des zusätzlichen Bahnhalts entstehen würde.

«Das Projekt ist nicht nur im Interesse der Stadt Dietikon, sondern von überregionaler Bedeutung», erklärt Müller. Und: Die neue S-Bahn-Station würde entscheidend zur Aufwertung und Entwicklung des Gebietes SLS beitragen, betont Diego Dudli, Projektleiter für die Entwicklungsplanung.

Gleis verschieben, Brücke verbreitern
Um das Projekt zu realisieren, müsste ein S-Bahn- und Güterverkehrs-Gleis auf einer Länge von 800 Metern seitlich verschoben, die Bahnbrücke über der Mutschellenstrasse verbreitert werden. Der Perron soll 320 Meter lang und 7 Meter breit sein und mit zwei Treppen und einer Liftanlage erschlossen werden. Kosten würde das Ganze geschätzte 34 Millionen Franken. Müller: «Die Frage der Finanzierung muss noch geklärt werden.» Ebenso die Frage der Fahrplaneinbindung. Denn angesichts der Tatsache, dass der Fahrplan von den SBB bereits bis 2018 gemacht ist, wäre eine Realisierung frühestens im Jahr 2020 möglich.

Obwohl die vorliegende Studie bereits viele Bereiche abdeckt, sind weitere Studien nötig, bevor man das Projekt den SBB und dem Zürcher Verkehrsverbund präsentieren kann, wie Stadtpräsident Müller erläutert. «Die Voraussetzungen sind jedoch gut. Wir haben bereits positive Signale von Gemeinden, Firmen und zukünftigen Nutzern erhalten.» (BHI/AZ)