Bei einer neuen schweren Raumfahrtpanne hat Russland eine Proton-Rakete mit drei Satelliten für sein Navigationssystem Glonass verloren. Die Trägerrakete stürzte am Dienstag kurz nach dem Start auf dem Weltraumbahnhof Baikonur (Kasachstan) ab, wie die Agentur Interfax meldete.

(Quelle: Youtube.com)

Russische Rakete stürzt nach Start ab.

Nach ersten Erkenntnissen gab es Fehler im Antriebssystem der Rakete. Das Gespann explodierte direkt über dem Gelände des Startkomplexes in der kasachischen Steppe, wie eine Übertragung auf der Internetseite des russischen Raumfahrtkonzerns Roskosmos zeigte.

Opfer oder Verletzte habe es nicht gegeben, hiess es zunächst. Wegen des giftigen Treibstoffs seien allerdings in Baikonur zahlreiche Gebäude evakuiert worden. Man befürchtet, dass 600 Tonnen Giftgase entweichen könnte, die in der Rakete waren, berichtet «Russia Today».

Schaden von 200 Millionen US-Dollar

Die drei Satelliten an Bord der Proton-M gehörten zum russischen Navigationssystem "Glonass". Der Sachschaden, der durch ihren Verlust entstanden ist, wird nach Angaben von Rossija 24 auf rund 200 Millionen US-Dollar beziffert.

Es war bereits die dritte Panne für die russische Raumfahrt in diesem Jahr. Schon 2010 hatte Russland bei einem Fehlstart gleich drei Satelliten für Glonass auf einmal verloren.