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Ruhe nach dem Sturm bei der Schweinegrippe

Bilder zum Thema Schweinegrippe, Bruderholzspital, Foto Kenneth Nars: Haendedesinfektionsstationen, Masken und Verhaltensmassregeln liegen im Eingangsbereich des Bruderholzspitals zur freien Benuetzung auf.

Ruhe nach dem Sturm bei der Schweinegrippe

Bilder zum Thema Schweinegrippe, Bruderholzspital, Foto Kenneth Nars: Haendedesinfektionsstationen, Masken und Verhaltensmassregeln liegen im Eingangsbereich des Bruderholzspitals zur freien Benuetzung auf.

Ende letzten Jahres war die Schweinegrippe auf dem Höhepunkt ihrer Ausbreitung. Jetzt, zwei Monate später, scheint die Gefahr gebannt. Die Schweinegrippe-Viren blasen zum Rückzug, die Spitäler und der Flughafen stellen ihre Präventionsmassnahmen ein.

Toprak Yerguz

Noch vor wenigen Monaten war die Schweinegrippe eine Krankheit, die Bevölkerung und Behörden gleichermassen verschreckte. Tausende liessen sich impfen, ebenfalls Tausende wurden krank. Für die Behörden galt es, die Gefahr einer Pandemie zu beseitigen.

Heute sieht die Sache ganz anders aus: Gegenüber 2362 bestätigten Krankheitsfällen in der Kalenderwoche 47 des vergangenen Jahres waren es Anfang Februar dieses Jahres gerade noch 8 Fälle – in der ganzen Schweiz.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat auf die rückläufige Zahl der Krankheitsfälle in der Schweiz und in Europa reagiert und veröffentlicht seit Anfang Februar keinen wöchentlichen Situationsbericht zur Schweinegrippe mehr. «Das pandemische Virus (H1N1) 2009 zirkuliert aktuell auf tiefem Niveau» hiess es in der letzten Ausgabe als Begründung.

Die Statistiken des BAG werden von den Erfahrungen im Universitätsspital Basel bestätigt. Die Zahl der Krankheitsfälle sei kontinuierlich zurückgegangen, berichtet Kommunikationsleiter Andreas Bitterlin. Zur Zeit sind im Universitätsspital gar keine Fälle in Behandlung: «In den letzten Wochen hatten wir keine Schweinegrippe-Diagnosen mehr.» In den anderen angefragten Spitälern der Region ist die Lage gleich.

Impfzentrum geschlossen

Dasselbe Bild auch bei den Menschen, die sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen wollen: Die Zahl der Impfwilligen war zuletzt so gering, dass das Impfzentrum des Universitätsspitals nicht mehr als eigene Station betrieben wird. «Wer sich weiterhin impfen lassen möchte, kann dies natürlich weiterhin in der Poliklinik tun», sagt Bitterlin.

Er betont, dass wegen des Virus nach wie vor Wachsamkeit herrsche: «Das Universitätsspital hält die Pandemieorganisation zwar nicht mehr aufrecht, ist aber weiterhin für Schweinegrippe-Fälle vorbereitet.» Sollte ein solcher Fall eintreten, sei man bereit, den Kranken sofort zu isolieren und die nötigen Vorkehrungen zu treffen.

Flughafen sensibilisiert nicht mehr

Am EuroAirport, wo die Menschen aus aller Welt nach Basel kommen, bereitet die Schweinegrippe vorerst kein Kopfzerbrechen mehr. «Die Sensibilisierungsmassnahmen im Flughafengebäude wie Poster, Flyer und Ansagen wurden eingestellt», erklärt Vivienne Gaskell.

Laut der Leiterin der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit des EuroAirports sei dies auf einen Erlass der französischen Behörden vom 15. Februar zurückzuführen: Seit dem 24. Februar sind gegen die Schweinegrippe keine Vorkehrungen mehr notwendig. Was von der Krankheit am EuroAirport bleibt, sind nur noch die allgemeinen Hinweise auf der Website des Flughafens. «Die haben wir als Information im Internet gelassen», sagt Gaskell.

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