Von Attila Szenogrady

Der heute 27-jährige Offesetdrucker aus Affoltern am Albis hatte sich vor mehreren Monaten um seinen Strafprozess vor dem Bezirksgericht Dietikon foutiert und war der Verhandlung unentschuldigt fern gebelieben. Das war sehr erstaunlich, da es für den kroatischen Staatsangehörigen um recht viel ging: So sollte er sich für zwei happige Vorfälle verantworten.

Autolenkerin bei Unfall verletzt

Der erste Anklagepunkt ging auf den 1. Dezember 2007 zurück. Damals fuhr der angeschuldigte Autolenker in der Nacht über Birmensdorf durch das Gebiet Fildern in Richtung Affoltern. Mit rund 100 km/h war er viel zu schnell unterwegs. Bis er einen Personenwagen einer heute 32-jährigen Krankenschwester aus Bonstetten ausgerechnet in einer gefährlichen Kurve überholen wollte. Mit massiven Folgen. Nach einer seitlichen Kollision verkeilten sich die beiden Fahrzeug ineinander und bewegten sich danach rasant eine Böschung hinauf. Bis sie in herum liegende Felsblöcke hinein krachten. Die unschuldige Lenkerin verletzte sich dabei erheblich. Sie zog sich nicht nur eine starke Prellung des Brustbeins, sondern auch ein schweres Schleudertrauma zu.

Bald wieder ein Rückfall

Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis leitete ein Strafverfahren gegen den fehlbaren Schnellfahrer ein. Wobei dieser nicht viel gelernt zu haben schien. So drückte er schon bald wieder auf das Gaspedal. Diesmal in der aargauischen Gemeinde Untersiggenthal, wo er am 2.Juli 2008 mit über 85 km/h statt 50 km/h in eine Radarfalle der Polizei tappte. Was ihm eine zusätzliche Anklage wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln einbrachte.

Viel bezahlen statt Fronarbeit

Die Staatsanwaltschaft verlangte für den Rückfalltäter 720 Stunden gemeinnützige Arbeit. Ohne Bewährungschance. Das Bezirksgericht Dietikon vertrat in seinem nun eröffneten Urteil eine andere Auffassung. Es ging offenbar davon aus, dass der Angeschuldigte von seinem Charakter her „zu kurze Arme" habe, um harte Fronarbeit zu leisten.

Stattdessen soll der Offsetdrucker zahlen. Wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie groben Verkehrsdelikten zunächst eine unbedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 100 Franken sowie 300 Franken Busse. Also ins gesamt 18 300 Franken.

Dann kommen die Gerichtskosten von rund 1 100 Franken hinzu. Zudem droht dem Kroaten ein längerer Entzug des Führerausweises.