Neujahrsblätter

Rückblick bis Durchblick

Gelungenes Werk: Oberförster Frank Haemmerli und Redaktor Heiner Halder. sch

Werk

Gelungenes Werk: Oberförster Frank Haemmerli und Redaktor Heiner Halder. sch

«In den Lenzburger Neujahrsblättern finden sich tiefgründige Rückblicke, Durchblicke und Ausblicke», präsentierte Redaktor Heiner Halder das im 81. Jahrgang erschienene Werk. Die Neujahrsblätter erscheinen erstmals mit einer DVD.

Peter Schmid

Das Layout ist modern und luftig, die Bilder farbig und im hinteren Umschlag ist eine DVD eingeklebt. Trotz diesen Neuerungen sind die Lenzburger Neujahrsbätter eine Fundgrube für jene geblieben, die an der Vergangenheit und der Gegenwart der Region interessiert sind. «Ein Service public, wie ihn die Alltags-Printmedien nicht mehr bieten wollen und in den Zeiten von Wirtschaftskrise schon gar nicht mehr vollziehen können», meinte Halder an der Vernissage des 144 Seiten starken Buches im Burghaldenhaus.

«Riche» in jeder Beziehung

Die Vernissage wurde garniert mit einem Apéro, der das Pronomen «riche» wahrlich verdiente. Ebenso «riche» ist der Inhalt der Neujahrsblätter. Hauptthema ist die am Niederlenzer Widerstand gescheiterte Fusion zwischen Lenzburg und Niederlenz - «vorläufig gescheitert», blickte Halder in eine fernere Zukunft. Als Gegenpol wird die Geschichte der ebenfalls abverheiten Fusion zwischen Lenzburg und Staufen geschildert. Das Nein kam aber von Lenzburg.

Gaunertod und Gaunerleben

Neujahrsblätter ohne Historie wären keine Neujahrsblätter. So widmet sich ein akribisch formulierter Bericht der dritten Lenzburger Hinrichtungsstätte, die bei Bauarbeiten für die Balmer-Überbauung an der Aarauerstrasse entdeckt wurde. Halswirbel, die mit einem wuchtigen Schwerthieb durch-trennt wurden, legen makabres Zeugnis davon ab, dass etliche Gauner, darunter zwei Frauen und ein Jugendlicher, einst um einen Kopf kürzer gemacht wurden.

Um Gaunerleben und Gaunertod geht es in einem weiteren Schwerpunkt. In Staufen war «Matterziit» mit einem Theater unter der Regie von Peter Voellmy auf dem Staufberg und mit dem Jugendfest. Ein halbes Jahr war das Leben und Sterben des Gauners Bernhart Matter in der Region ein Gesprächsthema - nicht zufällig, denn es jährte sich zum 150. Mal, dass Matter bei den Fünflinden geköpft worden war.

Zehn Jahre nach «Lothar»

Die gewichtigste Innovation in den Neujahrsblättern ist die Darstellung des Orkans «Lothar» vor zehn Jahren und seine Folgen. Sie besteht einerseits aus einer reich bebilderten Geschichte in den Neujahrsblättern, zweitens aber aus einer DVD, die dank einer Idee von Frank Haemmerli, Betriebsleiter der Forstdienste Lenzia, und Sponsoren entstanden ist. «Die DVD zeigt den Wald in unglaublich schönen und eindrücklichen Bildern», zog Stadtrat Martin Stücheli das Fazit. Die Lenzburger Neujahrsblätter samt DVD sind zum Preis von 25 Franken in diversen Geschäften erhältlich.

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