An den wichtigsten Strassenkreuzungen stehen Polizeiposten, um einzuschreiten, sobald die Strassenverkäufer versuchen, mit kleinen Diensten oder Kunststücken Geld von Autofahrern zu sammeln. Die Beamten kontrollieren dabei gleichzeitig die Papiere der Ertappten.

"An jeder Strassenecke gab es Scheibenwäscher, und immer mehr Bürger beklagten sich über ihre oftmals aufdringliche oder gar aggressive Art", verteidigte Alemannos Sprecher Fernando Magliaro die Massnahme.

Grünen-Chef Angelo Bonelli bezeichnete die Anordnung hingegen als "scheinheilig": "Das Rathaus von Rom erklärt den Armen den Krieg, statt sich um die Armut zu kümmern." Er befürchte, die Betroffenen würden "ausgegrenzt und in die Kriminalität getrieben".

Tatsächlich verdienen sich viele illegale Einwanderer auf diese Weise Geld. Babloo aus Bangladesch arbeitet bereits seit mehreren Jahren als Scheibenwäscher. Anfangs, so erzählt er, verdiente er damit rund 40 Euro am Tag, inzwischen kommt er an besseren Tagen gerade mal auf 20 Euro.

Er und seine Kollegen bräuchten das Geld zum Überleben, sagt der 30-Jährige, doch werde es immer schwieriger: "Es kommen immer mehr dazu, und die Behörden finden immer neue Wege, uns Illegalen das Leben schwer zu machen." Er überlegt nun, umzusatteln und künftig Rosen an Touristen zu verkaufen.